Lage und rechtliche Einordnung
Grafenberg ist eine gesetzlich anerkannte Einzellage im württembergischen Weinbaugebiet, Bereich Württembergisch Unterland und Großlage Heuchelberg. Die Bezeichnung ist für Qualitätsweine aus Württemberg zugelassen. Sie umfasst Flächen in Gemmingen, Leingarten, Brackenheim, Schwaigern, Nordheim und Eppingen.
Topografie und Böden
Der Schwaigerner Grafenberg liegt an einem nach Süden ausgerichteten Hang beziehungsweise an einem südwärts gerichteten Sporn des Heuchelbergs. Eine dokumentierte Parzelle dort ist steil und der sommerlichen Wärme ausgesetzt. In Schwaigern liegt eine mächtige Lössauflage auf Lösslehm über roten Keupermergeln. Der Leingartener Teil wird durch warme Keuperverwitterungsböden geprägt.
Rebsorten und Weinstile
Auf dem Grafenberg in Leingarten sind Lemberger, Riesling, Trollinger und PIWI-Rebsorten gepflanzt. Für den Schwaigerner Grafenberg sind Weine aus Lemberger, Trollinger, Schwarzriesling, Riesling und Gewürztraminer dokumentiert. Die Lage wird für Rotweine, Rosé- und Weißherbstweine sowie Schaumweine genutzt.
Bewirtschaftung und Geschichte
Ein Leingartener Betrieb bewirtschaftet seine Grafenberg-Weinberge seit 2009 nach ökologischen Richtlinien und ist seitdem Mitglied bei Bioland. Rindermist dient als Dünger, während Shropshire-Schafe die Pflege unter den Rebstöcken übernehmen. Der Kelleransatz ist auf geringe Eingriffe ausgerichtet; dokumentierte rote Grafenberg-Weine wurden zudem im Barrique ausgebaut. Der Schwaigerner Grafenberg gilt als historische Weinlage, die von den Grafen von Neipperg entwickelt wurde.