Weinbau und Regionen
Deutschland verfügt über 13 ausgewiesene Weinbaugebiete. Die Weinberge konzentrieren sich vor allem auf den Süden und die Mitte des Landes, insbesondere auf geschützte Täler am Rhein und seinen Nebenflüssen sowie an Elbe, Saale und Unstrut. Die Römer führten den großflächigen Weinbau an der Mosel ein, die als ältestes deutsches Weinbaugebiet gilt.
Klima, Lagen und Böden
Für den Weinbau werden etwa 1.300 Sonnenstunden jährlich, mindestens 15 °C während der Blüte, 18 °C in der Vegetationsperiode und 400 bis 500 Millimeter Niederschlag pro Jahr als klimatische Mindestanforderungen genannt. Süd- und südwestlich ausgerichtete Hänge in geschützten Tälern erhalten intensiveres und länger anhaltendes Sonnenlicht als ebene Lagen. Die Weinbergsböden umfassen unter anderem Sand, Lehm, Löss, Schiefer und Granit.
Rebsorten und Weinstile
Im Jahr 2025 umfasste die Rebfläche 101.965 Hektar, davon 70.884 Hektar mit weißen und 31.081 Hektar mit roten Rebsorten. Riesling war mit 23.885 Hektar die meistangebaute Rebsorte, gefolgt von Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder und Silvaner. Bei den roten Sorten führten Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser, Trollinger und Schwarzriesling.
Die deutsche Weinbereitung umfasst Weiß-, Rot- und Roséweine. Qualitätswein und Prädikatswein werden von trocken bis süß ausgebaut; die gesetzlich definierten Geschmacksrichtungen reichen von trocken über halbtrocken und lieblich bis süß. Sekt ist deutscher Schaumwein, dessen Kohlensäure durch Gärung entsteht. Winzersekt aus traditioneller Flaschengärung muss mindestens neun Monate auf der Hefe lagern.
Qualitätsstufen und Prüfung
Qualitätswein und Prädikatswein müssen vollständig aus Trauben eines der 13 deutschen Weinbaugebiete bestehen und die amtliche Qualitätsweinprüfung bestehen. Die sechs Prädikatsstufen heißen Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese. Qualitätsweine dürfen vor der Gärung in gesetzlich begrenztem Umfang angereichert werden, Prädikatsweine nicht. Seit dem Jahrgang 2026 gilt zudem eine stärker herkunftsbezogene Qualitätshierarchie. Jeder deutsche Qualitätswein und Prädikatswein wird chemisch analysiert und sensorisch geprüft; zugelassene Weine erhalten eine amtliche Prüfnummer.