Geografie und Gliederung
Das Weinbaugebiet Pfalz in Deutschland erstreckt sich auf etwa 85 Kilometern zwischen Bockenheim an der Weinstraße und Schweigen, südlich von Worms bis zur französischen Grenze. Es liegt zwischen Haardtgebirge und Rheinebene; der Pfälzerwald und die Haardt schützen die Weinberge im Westen, während sich die Rebflächen nach Osten zur Rheinebene fortsetzen. Die Region ist in die Weinbaubereiche Mittelhaardt–Deutsche Weinstraße und Südliche Weinstraße gegliedert. Nach Daten von 2025 umfasst sie etwa 23.640 Hektar Rebfläche, 323 klassifizierte Einzellagen und 130 Weinorte.
Klima und Böden
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 10 °C, während die Durchschnittstemperatur der Vegetationsperiode bei etwa 14,7 °C liegt. Der durchschnittliche Jahresniederschlag erreicht etwa 655 Millimeter, davon entfallen rund 390 Millimeter auf die Vegetationsperiode. Die Temperaturen nehmen von den Haardtausläufern zur Rheinebene hin zu. Im Südwesten fällt am meisten, in den nordöstlichen Bereichen am wenigsten Niederschlag. Häufige Sonnenstunden prägen das Gebiet. Zu den verbreiteten Untergründen zählen Lehm, Löss, Kalk, Ton, Buntsandstein und Sand; örtlich kommen auch Basalt, Schiefer, Muschelkalk, Porphyr, Graphit und Schieferton vor.
Rebsorten und Weinstile
Zu den wichtigsten weißen Rebsorten gehören Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Müller-Thurgau, Silvaner, Scheurebe, Gewürztraminer, Kerner, Morio-Muskat, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Bei den roten Rebsorten stehen Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser im Vordergrund; außerdem werden Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Cabernet Franc angebaut. Die Rebflächen sind zu etwa 69 Prozent mit weißen und zu 31 Prozent mit roten Reben bestockt. Riesling nimmt davon etwa 5.883 Hektar ein.
Die Pfalz erzeugt trockene und süße Weißweine, Schaumweine, Eisweine sowie Weine aus Spätlese- und Auslesekategorien. Rotweine umfassen fruchtigen Spätburgunder, trockenen Dornfelder und leichten Portugieser Weißherbst. Für einige Chardonnay- und Spätburgunderweine wird auch der Ausbau in Barriques dokumentiert.
Geschichte und rechtlicher Rahmen
Römische Kelteranlagen bei Ungstein belegen den Weinbau in der Pfalz bereits für die Römerzeit; schriftliche Nachweise für Weinberge gibt es seit dem siebten Jahrhundert. 1584 erließ Johann Casimir, Kurfürst von der Pfalz, in Neustadt an der Weinstraße die erste deutsche Rebsortenverordnung für Gänsfüßerweinberge. Heute ist die Pfalz eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Das Weinrecht regelt dabei unter anderem Herkunft, Reifegrade, Weinbereitung und sensorische Bewertung.