Lage und Gliederung
Das Weinbaugebiet Mittelrhein erstreckt sich über mehr als 100 Kilometer am Rhein von Bingen bis an den Stadtrand von Bonn. Die meisten Weinberge liegen in Rheinland-Pfalz, ein kleinerer Teil in Nordrhein-Westfalen. Auch Weinbaubetriebe nahe Weinähr und Obernhof an der Lahn gehören zur Region in Deutschland. Administrativ ist der Mittelrhein in zwei Bereiche, elf Großlagen und 111 Einzellagen gegliedert.
Landschaft, Klima und Böden
Das Rheintal ist schmal und von schroffen Felsrücken geprägt. Der Weinbau findet überwiegend an Steillagen statt und ist dadurch besonders arbeitsintensiv. Die Hänge schützen die Reben vor kalten Winden, während viel Sonneneinstrahlung und die wärmereflektierende Oberfläche des Rheins das Klima begünstigen. Der Mittelrheintalraum gilt gegenüber den umliegenden, kühleren und feuchteren Hochlagen als thermisch günstig. Im Oberen Mittelrhein überwiegen schieferreiche Böden, im Unteren Mittelrhein kommen unter anderem Bims, Grauwacke und vulkanisches Gestein vor.
Rebsorten und Weinbau
Die Rebfläche betrug 2025 insgesamt 439 Hektar. Riesling ist die führende Rebsorte und nahm etwa zwei Drittel der Rebfläche ein. Zu den wichtigsten Sorten zählen außerdem Spätburgunder, Weißburgunder und Müller-Thurgau; angebaut werden auch Kerner, Grauburgunder, Dornfelder und Portugieser. Der Anbau ist überwiegend weiß geprägt: 2025 entfielen 84 Prozent auf weiße und 16 Prozent auf rote Rebsorten.
Geschichte und rechtlicher Status
Nach Angaben des Deutschen Weininstituts pflanzten die Römer die ersten Weinberge am Mittelrhein. Das Obere Mittelrheintal im südlichen Teil der Region wurde 2002 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Mittelrhein ist ein gesetzlich ausgewiesenes deutsches Weinbaugebiet und als geschützte Ursprungsbezeichnung für Wein in der Europäischen Union anerkannt.