Lage und Weinbauregion
Weinähr liegt in einem breiten Tal des Gelbachs, etwa einen Kilometer oberhalb seiner Mündung in die Lahn. Gemeinsam mit Obernhof zählt der Ort zu den Lahn-Weinorten im geschützten Weinanbaugebiet Mittelrhein. Die Weinlagen an Gelbach und Lahn bilden eine kleine, in sich geschlossene Weinbaulandschaft mit günstigen klimatischen Bedingungen für den Weinbau.
Die Weinlage Giebelhöll
Die Giebelhöll ist eine kleinflächige Weinlage auf quartärem Lösslehm. Die damit verbundenen Böden bestehen aus tiefgründigem, schluffigem Lehm, speichern Wasser gut, sind ausreichend drainiert und nährstoffreich, erwärmen sich jedoch langsam. Im Weinlagenregister ist die Giebelhöll als zugelassene Einzellage im Bereich Mittelrhein und in der Großlage Lahntal mit 1,6 Hektar bestockter Rebfläche verzeichnet.
Reben und Bewirtschaftung
Die Giebelhöll ist derzeit die einzige Weinährer Einzellage mit laufender Bewirtschaftung, abgesehen von einer kleinen Nebenerwerbsweinlage. In einem dokumentierten Bürgerweinberg standen zunächst Riesling und Müller-Thurgau; nach der Rodung des früheren Stockweinbergs im Winter 2019/2020 wurde im Frühjahr 2021 neu gepflanzt. Dabei kamen jeweils etwa 750 Reben der Sorten Souvignier gris und Cabernet Cortis in den Boden.
Zum dokumentierten Anbau gehören unter anderem Mulchen, Grubbern, Mähen, Anbinden, Ausbrechen, Laubarbeiten, Rebschnitt sowie Frost-, Wild- und Pflanzenschutz. Die Unterstockpflege erfolgt mechanisch mit einer Rollhacke; für diesen Arbeitsgang war kein Herbizideinsatz erforderlich. Riesling aus den etablierten Reben wurde im Winter 2020/2021 als feinherber Wein ausgebaut. Die Cabernet-Cortis-Trauben wurden im August 2025 geerntet und von den Projektmitgliedern verarbeitet.
Geschichte des Weinbaus
Der Weinbau an der Lahn ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Historisch erstreckten sich die Weinberge zwischen Limburg und Lahnstein auf etwa 100 Hektar. Der Ortsname Weinähr wird mit der lateinischen Bezeichnung Anara für den Gelbach verbunden; überliefert sind außerdem die Formen Sygelanre, Siegelähr und Weynähr.