Lage und Einordnung
Giebelhöll ist eine eingetragene Einzellage in der Gemeinde und Gemarkung Weinähr. Sie gehört zur Sammellage Lahntal im Weinbaugebiet Mittelrhein, dem das frühere Weinbaugebiet Lahn seit 1971 rechtlich zugeordnet ist. Im amtlichen Weinlagenverzeichnis 2024 wird die Lage unter der Nummer 320804 mit 1,6 Hektar bestockter Rebfläche geführt.
Hang und Boden
Giebelhöll liegt als Steillage oberhalb der Windener Straße. Die Bewirtschaftung des steilen Geländes erforderte historisch Handarbeit. Der Weinbergsboden besteht aus einer Kombination von Bimsasche und Schiefergeröll. Die Bimsasche wird dem Standort zufolge auf Material zurückgeführt, das beim Ausbruch des Laacher Sees abgelagert und anschließend durch Wind verfrachtet wurde.
Reben und Weine
Für Teilflächen sind Riesling, Scheurebe, Müller-Thurgau, Souvignier gris und Cabernet Cortis dokumentiert. Eine 1953 mit Riesling und Scheurebe bepflanzte alte Parzelle wird wegen ihrer niedrigen Erträge gemeinsam ausgebaut. Der Anbau beschreibt die Weine aus Giebelhöll als mineralisch und feinfruchtig, mit Aromen von gelben Früchten und Holunderblüten.
Historische und aktuelle Bewirtschaftung
Der Lagenname ist für Weinähr bereits 1302 in der historischen Form „Gyvelhelde“ belegt. In einer als Weinährer Giebelhöll bezeichneten Parzelle wurden im April 2021 jeweils etwa 750 Reben der Sorten Souvignier gris und Cabernet Cortis gepflanzt, nachdem der vorherige Weinberg im Winter 2019/2020 gerodet worden war. Zur Bewirtschaftung gehören unter anderem mechanische Bodenbearbeitung, Mulchen, Unterstockpflege, Anbinden der Triebe, Laubheftung, Mähen und Pflanzenschutz.