Lage und Landschaft
Der Rheingau ist ein deutsches Qualitätsweinanbaugebiet am rechten Rheinufer. Er erstreckt sich vom Raum Frankfurt am Main über Wiesbaden bis Lorch und liegt nördlich von Rüdesheim. Die Region folgt dem Flusslauf auf ungefähr 50 Kilometern. Nahe Wiesbaden ändert der Rhein seine Richtung, fließt rund 30 Kilometer nach Westen und wendet sich bei Rüdesheim wieder nach Norden.
Der Rheinbogen und die Rheingau-Berge schaffen überwiegend nach Süden ausgerichtete Weinbergslagen. Im Westen bei Lorch befinden sich steile Rebflächen im Rheintal. Die Weinbaufläche umfasste 2025 insgesamt 3.117 Hektar mit 129 eingetragenen Einzellagen.
Klima und Böden
Der Rheingau hat warme, trockene Sommer und milde Winter. Die Taunus-Höhen schützen vor kalten Winden, während der Rhein zur Wärmereflexion beiträgt. Für den Zeitraum 1991 bis 2020 werden eine mittlere Jahrestemperatur von 11,0 °C, eine mittlere Temperatur von 15,7 °C in der Vegetationsperiode, ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von 526,5 Millimetern und etwa 1.701 Sonnenstunden angegeben.
Geologisch gehört der Rheingau zum Mainzer Becken und zum Rheinischen Schiefergebirge. In den Weinbergen kommen unter anderem tertiäre marine und brackische Sedimente, Löss und Lösslehm, Phyllit, Tonschiefer, Quarzit, quarzitischer Sandstein sowie örtlich tertiärer Kalkstein vor. Am Rüdesheimer Berg, in Lorch und in Assmannshausen überwiegen Schiefer und phyllitischer Schiefer.
Rebsorten und Weinstile
Die wichtigsten Rebsorten sind Riesling und Spätburgunder. Riesling nahm 2025 eine Fläche von 2.355 Hektar ein, Spätburgunder rund 390 Hektar. Assmannshausen ist besonders mit dem Spätburgunder verbunden.
Zum dokumentierten Spektrum gehören trockene und feinherbe Rieslinge, Riesling Spätlese sowie vollmundige Spätburgunder-Rotweine. Rheingauer Riesling wird von trocken bis edelsüß ausgebaut, wobei die Säure ein prägendes Strukturelement ist. In den steilen Lagen bei Lorch können die Hänge bis zu 70 Prozent Neigung erreichen; dort ist laut regionaler Dokumentation vollständige Handlese erforderlich.
Geschichte und Weinrecht
Das Kloster Eberbach wurde von den Zisterziensern gegründet. Der Weinbau setzte sich dort im Mittelalter fort und wurde später mit der Erzeugung von Riesling und Spätburgunder verbunden. Im Jahr 1775 dokumentierte das Kloster in Johannisberg den Vorteil einer späten Lese.
Rheingau ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Wein, Qualitätsperlwein und Qualitätsschaumwein. Die Qualitätsweinprüfung wird durch den Weinbau-Fachbereich Eltville des Regierungspräsidiums Darmstadt durchgeführt.