Lage und Weinbaugebiet
Flörsheim am Main liegt am Main; zum Stadtgebiet gehört der Weinbauort Wicker. Am Untermain beginnt hier das Weinbaugebiet Rheingau. Flörsheim am Main ist dem gesetzlich abgegrenzten Rheingau und dem Weinbaubereich Johannisberg zugeordnet. Flörsheim und Wicker gehören außerdem zur Großlage Hochheimer Daubhaus.
Topografie und Klima
Die Weinberge im Raum Hochheim–Flörsheim-Wicker reichen vom Mainufer bis zu einer überwiegend ebenen Terrasse in etwa 140 Metern Höhe. Der Höhenunterschied beträgt insgesamt rund 40 Meter. Süd- und südwestlich ausgerichtete Hänge erhalten viel Sonneneinstrahlung, während die Bereiche nahe der Talsohle stärker durch Kaltluft gefährdet sind. Das Weinbaugebiet zwischen Hochheim und Flörsheim-Wicker ist zudem stark windgeschützt und bietet günstige Bedingungen für die Traubenreife.
Weinlagen und Rebsorten
Zu den Rheingauer Einzellagen zählen die St. Anna Kapelle in Flörsheim sowie der König Wilhelmsberg, das Mönchsgewann und der Nonnberg in Wicker. Für die St. Anna Kapelle, das Mönchsgewann und den Nonnberg ist Riesling dokumentiert; am König Wilhelmsberg werden Riesling und Spätburgunder angebaut. In Flörsheim wächst außerdem Müller-Thurgau. Das Mönchsgewann weist tertiären Kalkmergel mit Lösslehmauflage und Kiesschichten im Untergrund auf. Der Nonnberg besitzt Lösslehm- und tertiäre Mergelböden, der König Wilhelmsberg schwere tertiäre Mergelböden mit lösshaltiger bis kiesiger Struktur. Die Weine aus dem Mönchsgewann werden mit mineralischer Säure beschrieben, jene aus Nonnberg und König Wilhelmsberg als vollmundig und säurebetont mit Reifepotenzial.
Geschichte
Flörsheim wurde erstmals 828, Wicker 910 urkundlich erwähnt. Die Bewohner der drei historischen Gemeinden, aus denen Flörsheim am Main hervorging, lebten traditionell vor allem vom Weinbau und vom Getreideanbau. Das Mönchsgewann befand sich historisch im Besitz religiöser Institutionen. Der Nonnberg ist 1281 als „Nonnenweinberg in Wicker“ belegt. Die St. Anna Kapelle oberhalb der Wiesenmühle wurde 1715 als Hauskapelle der Mühle errichtet und gab der angrenzenden Weinlage ihren Namen.