Lage und Landschaft
Brackenheim liegt im Zabergäu, etwa 40 Kilometer nördlich von Stuttgart und 15 Kilometer südwestlich von Heilbronn, zwischen Stromberg und Heuchelberg. Die Region ist nach der Zaber benannt, die ostwärts in Richtung Neckar bei Lauffen fließt.
Die südlichen Hänge von Stromberg und Heuchelberg werden überwiegend für den Weinbau genutzt, während die nördlichen Hänge und Höhenzüge stärker bewaldet sind. Die Weinbergslandschaft umfasst Hänge, Terrassen und Steillagen. Geologisch prägen unter anderem Schilfsandstein, Keuperformationen und Seekalk das Zabergäu.
Weinbau in Württemberg
Brackenheim verfügt über rund 840 Hektar Rebfläche und wird von der Stadt als größte Weinbaugemeinde Württembergs sowie als größte Rotweingemeinde Deutschlands bezeichnet. Die Stadt liegt im gesetzlich bestimmten Qualitätsweinanbaugebiet Württemberg. Ein mildes Klima begünstigt den Weinbau.
Zu den dokumentierten weißen Rebsorten zählen Riesling, Muskateller, Rivaner und Kerner. Bei den roten Rebsorten sind Lemberger, Trollinger und Spätburgunder belegt. Erzeugt werden körperreiche Weißweine sowie volle, runde Rotweine; der Lemberger wird besonders mit den örtlichen Boden- und Klimabedingungen verbunden.
Geschichte und Weinlagen
Der Weinbau im heutigen Gemeindegebiet ist für die Jahre 950 bis 976 in Dürrenzimmern und Stockheim dokumentiert. Für die Brackenheimer Kernstadt stammt der früheste belegte Hinweis auf Weinberge aus dem Jahr 1289. Im 16. Jahrhundert waren Muskat aus Brackenheim und Traminerweine aus Stockheim gefragt.
Zu den dokumentierten Weinbergslagen im Gemeindegebiet gehören unter anderem Altenberg, Dachsberg, Grafenberg und Zweifelberg. Westlich von Haberschlacht liegen terrassierte Weinberge mit Trockenmauern auf Gipskeuper, die als die letzte größere zusammenhängende Terrassenweinlage dieser Art in der Umgebung beschrieben werden.
Bewirtschaftung und Ausbau
Ein staatlich unterstütztes Flurbereinigungsprojekt in Brackenheim-Haberschlacht soll Trockenmauern, Weinberghäuschen und Wasserstaffeln erhalten und zugleich eine effizientere Bewirtschaftung ermöglichen. Drei Genossenschaften und 34 direkt vermarktende Erzeuger arbeiten bei der Traubenreife mit moderner Kellertechnik und überliefertem Wissen aus mehreren Generationen.