In der Nase offenbart sich eine klare, feine Aromatik von Physalis, Haselnuss und Brioche. Am Gaumen begeistert er mit saftiger Frucht, eleganten Röstaromen und einer perfekt ausbalancierten Säure, die von einem cremigen Schmelz begleitet wird. Ein Wein von beeindruckender Dichte und langem Nachhall.
| Alkohol | 13,0 % | |
| Jahrgang | 2022 | |
| Volumen | 0.75l | |
| Weingut | Weingut Martin Waßmer | |
| Rebsorte | Chardonnay | |
| Lage | Castellberg | |
| Ort | Ballrechten-Dottingen | |
| Anbaugebiet | Baden | |
| Land | Deutschland | |
| Eingelagert | 27.02.2025 |
Der Castellberg ist eine Weinbergslage am Rand des Markgräfler Hügellands bei Ballrechten-Dottingen in der Vorbergzone des Schwarzwalds am Oberrheingraben. Der steile, west- bis südwestexponierte Hügelkegel liegt am Rand des Sulzbachtals; unterhalb des bewaldeten Gipfels erstrecken sich die Rebhänge.
Die Lage ist durch hohe Tagestemperaturen und kühle Nächte geprägt. Als Einflüsse werden warme Luft aus dem Burgundischen Tor und kühlere Nachtwinde aus dem Schwarzwald beschrieben. Der Castellberg besteht überwiegend aus tertiärem Küstenkonglomerat mit kalkhaltigen Geröllen. Für die Weinberge werden außerdem Kalkmergel, Kalkverwitterungsmaterial und Konglomerat genannt.
Die historischen, nach Süden und Südosten ausgerichteten Terrassen wurden ab 1784 unter der Förderung des badischen Markgrafen Karl Friedrich systematisch angelegt. Ein Katasterplan von 1792 mit Ergänzungen aus dem Jahr 1801 dokumentiert die Anlage. Der Castellberg ist mit einer mittelalterlichen Höhenburg verbunden; im 19. Jahrhundert wurden die Terrassen hangaufwärts und in den 1930er-Jahren erneut nach Nordosten erweitert. Trockenmauern, Terrassen und steinerne Treppen prägen den steilen Weinberg, in dem mehr als 500 Stufen dokumentiert sind. Beschädigte Mauerabschnitte wurden in einem öffentlichen Restaurierungsprojekt unter weitgehender Verwendung des ursprünglichen Materials instand gesetzt.
Am Castellberg werden unter anderem Gutedel, Roter Gutedel, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Spätburgunder und Gewürztraminer angebaut oder als Castellberg-Weine ausgebaut. Dokumentiert sind trockene Weine ebenso wie süße und edelsüße Abfüllungen. Für Castellberg-Weine werden sorgfältiges Pressen, natürliche Mostklärung, kontrollierte oder gekühlte Gärung, längere Hefelagerung und vegane Herstellung beschrieben. Bei Premiumweinen aus Lagen wie dem Dottinger Castellberg kommen außerdem Handlese, selektive Weinbergsarbeit, Spontangärung und der Ausbau in Burgunderholzfässern zum Einsatz; die Selektionserträge liegen bei etwa 20 bis 25 hl/ha.
Das Weingut Martin Waßmer liegt in Bad Krozingen-Schlatt im Markgräflerland in Baden. Die Lage im Südwesten Deutschlands befindet sich nahe der Grenzen zu Frankreich und der Schweiz. Zu den bewirtschafteten Weinbergen gehören unter anderem der Schlatter Maltesergarten, der Staufener Schlossberg, der Ehrenstetter Ölberg und der Auggener Letten.
Der Schlatter Maltesergarten erhält laut Weingut durchschnittlich fast sechs Sonnenstunden täglich; nachts strömt kühle Luft aus dem Schwarzwald ein. Dort prägen Kalkstein mit Lehm- und Lössauflage die Böden. Der Ehrenstetter Ölberg weist ebenfalls von Lehm und Löss bedeckte Kalksteinböden auf, während der Auggener Letten Mergel, Kalkstein, Konglomerat und Lettenböden umfasst.
Der Weinbau in Schlatt ist erstmals für das Jahr 1298 dokumentiert. Das Weingut erzeugt seit 1997 eigene Weine. Die Weinberge umfassen Reben mit einem Alter von bis zu 40 Jahren. Einige Parzellen sind mit 10.000 bis 12.000 Reben je Hektar bepflanzt; der durchschnittliche Ertrag des Weinguts liegt bei 40 hl/ha.
Der Anbau wird als naturnah und schonend beschrieben. Die Trauben werden von Hand gelesen, im Weinberg selektiert und sortiert, bevor sie in den Keller gelangen.
Zu den dokumentierten Rebsorten gehören Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Gutedel, Sauvignon Blanc, Riesling, Gewürztraminer, Syrah und Frühburgunder. Der Stil ist nach Angaben des Weinguts von Burgund beeinflusst und zugleich eigenständig im Markgräflerland verankert.
Die Weine werden in Gutswein, Selection, Lagenwein und GC aus ausgewählten Spitzenlagen eingeteilt. Für Gutswein gilt ein Höchstertrag von 55 hl/ha, für Selection und Lagenwein 35 bis 40 hl/ha sowie für GC-Auslesen 20 bis 25 hl/ha.
Für SW- und GC-Weine nutzt das Weingut spontane Gärung und den Ausbau in Barriques oder Fässern aus burgundischer Fertigung. Ausgewählte Rotweine vergären spontan in offenen Holzstanden, mazerieren langsam und reifen bis zu 18 Monate in Barriques. Das 2016 eröffnete Press- und Kellergebäude verfügt für junge Gutsweine über Edelstahltanks.