Lage und Landschaft
Der Castellberg ist eine Weinbergslage am Rand des Markgräfler Hügellands bei Ballrechten-Dottingen in der Vorbergzone des Schwarzwalds am Oberrheingraben. Der steile, west- bis südwestexponierte Hügelkegel liegt am Rand des Sulzbachtals; unterhalb des bewaldeten Gipfels erstrecken sich die Rebhänge.
Klima und Böden
Die Lage ist durch hohe Tagestemperaturen und kühle Nächte geprägt. Als Einflüsse werden warme Luft aus dem Burgundischen Tor und kühlere Nachtwinde aus dem Schwarzwald beschrieben. Der Castellberg besteht überwiegend aus tertiärem Küstenkonglomerat mit kalkhaltigen Geröllen. Für die Weinberge werden außerdem Kalkmergel, Kalkverwitterungsmaterial und Konglomerat genannt.
Historischer Weinberg
Die historischen, nach Süden und Südosten ausgerichteten Terrassen wurden ab 1784 unter der Förderung des badischen Markgrafen Karl Friedrich systematisch angelegt. Ein Katasterplan von 1792 mit Ergänzungen aus dem Jahr 1801 dokumentiert die Anlage. Der Castellberg ist mit einer mittelalterlichen Höhenburg verbunden; im 19. Jahrhundert wurden die Terrassen hangaufwärts und in den 1930er-Jahren erneut nach Nordosten erweitert. Trockenmauern, Terrassen und steinerne Treppen prägen den steilen Weinberg, in dem mehr als 500 Stufen dokumentiert sind. Beschädigte Mauerabschnitte wurden in einem öffentlichen Restaurierungsprojekt unter weitgehender Verwendung des ursprünglichen Materials instand gesetzt.
Rebsorten und Weinausbau
Am Castellberg werden unter anderem Gutedel, Roter Gutedel, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Spätburgunder und Gewürztraminer angebaut oder als Castellberg-Weine ausgebaut. Dokumentiert sind trockene Weine ebenso wie süße und edelsüße Abfüllungen. Für Castellberg-Weine werden sorgfältiges Pressen, natürliche Mostklärung, kontrollierte oder gekühlte Gärung, längere Hefelagerung und vegane Herstellung beschrieben. Bei Premiumweinen aus Lagen wie dem Dottinger Castellberg kommen außerdem Handlese, selektive Weinbergsarbeit, Spontangärung und der Ausbau in Burgunderholzfässern zum Einsatz; die Selektionserträge liegen bei etwa 20 bis 25 hl/ha.