Lage und Einordnung
Der Sonnenberg ist als Kembacher Sonnenberg in Kembach dokumentiert, einem Ortsteil der Stadt Wertheim im Main-Tauber-Kreis von Baden-Württemberg. Kembach und Wertheim gehören im Weinrecht zum Weinbaugebiet Tauberfranken und zur Großlage Tauberklinge. Die Weinberge liegen an den südlichen Hängen von Kembach.
Boden und Klima
Der Kembacher Sonnenberg wird mit Buntsandstein in Verbindung gebracht. Für einen Riesling aus dem Sonnenberg werden Buntsandstein und Muschelkalk als Terroir angegeben. Im Anbauzeitraum von April bis Oktober verzeichnet Tauberfranken rund 1.370 Sonnenstunden. Die Region weist relativ trockene Sommer, häufige Frostschäden im Winter, 713 Millimeter mittleren Jahresniederschlag in Wertheim und eine langfristige Jahresmitteltemperatur von 9,1 °C auf.
Geschichte und Rebsorten
Der Weinbau an den südlichen Hängen von Kembach wurde 1969 wieder aufgenommen. 34 Familien aus Kembach und Dietenhan bepflanzten damals 13 Hektar, vor allem mit Müller-Thurgau. Bis 1976 umfasste der Kembacher Sonnenberg 33,2 Hektar, die von 49 Familien bewirtschaftet und über die Winzergenossenschaft Reicholzheim vermarktet wurden. Dokumentiert sind unter anderem Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Schwarzriesling, Regent, Acolon und Spätburgunder sowie weitere spätere Anpflanzungen.
Bewirtschaftung und Wein
Die Bewirtschaftung umfasst maschinellen Rebschnitt, Heften, Laubwandpflege, mechanische Unterstockbearbeitung und überwiegend maschinelle Lese. Seit mehr als 25 Jahren werden laut lokaler Dokumentation keine Insektizide eingesetzt; stattdessen kommen Pheromonverfahren und Prognosemodelle zum Einsatz. Ein dokumentierter Jahrgang 2022 aus dem Sonnenberg ist ein reinsortiger Riesling mit 2,7 g/l Restzucker und 7,1 g/l Säure. Er wurde spontan vergoren und 19 Monate im Edelstahl ausgebaut, davon zwölf Monate auf der Vollhefe.