Lage und Landschaft
Keltern ist eine Gemeinde im Enzkreis von Baden-Württemberg und liegt zwischen Pforzheim und Karlsruhe am Übergang vom nördlichen Schwarzwald zur Landschaft von Pfinzgau und Kraichgau in der Region Baden. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von etwa 176 bis 353 Metern Höhe und umfasst die Talböden von Pfinz, Arnbach und Federbach sowie angrenzende sanfte Hänge.
Klima und Weinbau
Das Klima im Kraichgau- und Pfinzgau-Raum wird als warm und günstig mit mäßigen Niederschlägen beschrieben. Für das Pfinzgau-Klimagebiet sind ein Jahresniederschlag von etwa 750 bis 815 Millimetern und eine mittlere Jahrestemperatur von 8,6 °C für den Bezugszeitraum 1931 bis 1960 angegeben. Keltern verfügt über rund 68 Hektar Rebfläche, die von zahlreichen Bewirtschaftern, Genossenschaftswinzern, drei selbstvermarktenden Weingütern und vielen Nebenerwerbswinzern genutzt wird.
Böden und Weinlagen
Keltern liegt am Übergang vom Buntsandstein des Schwarzwalds zum Muschelkalk-Hügelland des Pfinzgaus. Der Weinbau konzentriert sich historisch auf die Südhänge der Muschelkalkhügel. Der Keulebuckel und der Klepberg sind Einzellagen im Bereich Kraichgau und gehören zur Großlage Hohenberg. Der Keulebuckel ist für Dietlingen und Ellmendingen eingetragen, der Klepberg für Dietlingen, Ersingen und Kämpfelbach.
Rebsorten und Ausbau
In Ellmendingen zählen Schwarzriesling und Blauer Spätburgunder zu den wichtigsten Rebsorten, während in Dietlingen Müller-Thurgau vorherrscht. Der Keulebuckel wird vor allem mit Rotweinen, Weißherbst und Rosé verbunden, der Klepberg überwiegend mit Weißweinen. Die Weine werden meist von Hand gelesen und sortenrein ausgebaut; das Spektrum reicht von Qualitätswein b.A. bis zur Spätlese, teilweise mit Reifung im Barrique. Zum örtlich dokumentierten Sortiment gehören außerdem Schaumweine aus Schwarzriesling, Spätburgunder und Müller-Thurgau.
Geschichte und Bewirtschaftung
Die Ellmendinger Torkel, eine hölzerne Weinpresse, wurde im 16. Jahrhundert errichtet und bis 1937 zum Keltern genutzt. 1939 übernahm eine neue Anlage diese Funktion. Drei Weingüter in Keltern bewirtschaften ihre Rebflächen nach Angaben der Gemeinde ökologisch; ein örtliches Ökoweingut dokumentiert den Anbau ohne Herbizide, synthetische Pflanzenschutzmittel und chemisch-synthetische Stickstoffdünger.