Lage und Mikroklima
Bürgstadt liegt am Zusammenfluss von Erf und Main an der südwestlichen Biegung des Mainvierecks in Franken. Die Weinberge befinden sich zwischen Odenwald und Spessart; im Südwesten grenzt Miltenberg an. Das geschützte Maintal und die umgebenden Höhenzüge schaffen ein warmes lokales Mikroklima.
Böden und Weinberge
Die Weinbergsböden sind überwiegend von rotem Buntsandstein und dessen Verwitterungsprodukten geprägt. Sie erwärmen sich rasch, sind porös und gut durchlüftet, zugleich aber relativ nährstoffarm. Der Centgrafenberg liegt an südexponierten Hängen auf etwa 160 bis 250 Metern Höhe mit Neigungen von rund 10 bis 40 Prozent. Dort ist Braunerde mit stark kiesigen, sandig-lehmigen Horizonten aus Buntsandsteinmaterial dokumentiert.
Rebsorten und Weintradition
Spätburgunder ist die wichtigste Rebsorte in Bürgstadt; nach Angaben der Gemeinde ist ungefähr jede zweite Rebe Spätburgunder. Die Rotweintradition ist eng mit dieser Rebsorte und den Buntsandsteinböden verbunden. Für den Centgrafenberg sind Spätburgunder und Riesling dokumentiert, wobei die westlichen und etwas kühleren Bereiche als für Riesling geeignet gelten.
Geschichte und Terrassen
Der Weinbau in Bürgstadt ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Bürgstadter Rotwein wird zudem in einem Erbinventar von 1540 erwähnt. Eine Katasterkarte von 1792 verzeichnete rund 200 Hektar Rebfläche; im 19. Jahrhundert ging der Anbau durch die Reblaus stark zurück. Die steilen historischen Weinberge wurden in Trockenmauerterrassen bewirtschaftet, die nicht maschinell bearbeitet werden können und daher Handarbeit erfordern. Der Hundsrück ist als steile, südexponierte Lage mit Neigungen bis zu 40 Prozent dokumentiert; Mainhölle ist als Einzellage im Bereich Churfranken eingetragen.