Die Weinlage Pfaffenwies erstreckt sich über die gesamte Höhe der Lorcher Weinbergslagen, vom Rhein bis zum Fuße des Waldes. An steilen, südwestlich ausgerichteten Hängen wachsen bis zu 55 Jahre alte Rebstöcke auf von Hunsrückschiefer und Taunusquarizit geprägten Böden. Die Rieslinge der Pfaffenwies tragen eine fast salzige Mineralität in sich und werden dazu von feinen Fruchtaromen heimischer Früchte bestimmt.
| Alkohol | 12,0 % | |
| Jahrgang | 2020 | |
| Volumen | 0.75l | |
| Weingut | Weingut Georg Breuer | |
| Rebsorte | Riesling | |
| Lage | Pfaffenwies | |
| Ort | Lorch | |
| Anbaugebiet | Rheingau | |
| Land | Deutschland | |
| Eingelagert | 08.11.2022 |
Pfaffenwies ist eine Weinbergslage in Lorch im Rheingau. Sie erstreckt sich an den dem Rhein zugewandten Hängen zwischen Lorch und Assmannshausen. Der VDP führt die Lage als VDP.ERSTE LAGE. Die klassifizierte Fläche umfasst 19,73 Hektar; Georg Breuer bewirtschaftet davon 3,2 Hektar.
Die süd-südwestlich ausgerichtete Lage weist teilweise steile Hänge auf. Das Gefälle wird mit 10 bis 40 Prozent angegeben, einzelne Hänge erreichen bis zu 45 Prozent. Die flachgründigen, steinigen Böden bestehen aus Taunusquarzit und Hunsrückschiefer; an den unteren Hängen liegt tiefgründiger Löss. Der nahe Rhein wirkt temperatur- und feuchtigkeitsausgleichend auf das Mikroklima.
Pfaffenwies wurde 1211 erstmals als „Pafenwies“ und 1235 als „Paffenwissen“ erwähnt. Der Name wird mit Pfarrer Dydo, dem Sohn des Ritters Nikolaus von Scharfenstein, verbunden. Als klassifizierte Rebsorten sind Riesling und Spätburgunder zugelassen.
Der Pfaffenwies Riesling 2020 von Georg Breuer weist 12,0 Prozent Alkohol, 3,1 Gramm Restzucker je Liter und 7,4 Gramm Säure je Liter auf. Beschrieben werden Aromen von Mandel und Kamille sowie gelbe Frucht und florale Noten. Integrierte Säure, dichter Extrakt, eine sanfte Bitternote und ein fester Abgang prägen das Profil. Georg Breuer gibt an, die Trauben bei hoher physiologischer Reife zu lesen und während der Ernte selektiv zu sortieren.
Das Weingut Georg Breuer bewirtschaftet insgesamt 40 Hektar Rebfläche in Rüdesheim, Rauenthal und Lorch im Rheingau. Davon liegen 25,5 Hektar in Rüdesheim, 6,5 Hektar in Rauenthal und 8 Hektar in Lorch; 65 Prozent der Flächen befinden sich in Steillagen.
Die Weinberge sind zu 86 Prozent mit Riesling bepflanzt, hinzu kommen 10 Prozent Pinot Noir, 3 Prozent Pinot Gris sowie gemeinsam 1 Prozent Pinot Blanc, Orléans und Heunisch. Der Pfaffenwies in Lorch ist südwestlich ausgerichtet, weist bis zu 45 Prozent Hangneigung auf und liegt auf etwa 90 bis 160 Metern Höhe. Seine Böden bestehen aus steinigem Hunsrückschiefer und Taunusquarzit, in den unteren Bereichen ergänzt durch Löss. Der Rüdesheimer Berg Schlossberg ist von Schiefer und Quarzit geprägt, während im Rauenthaler Nonnenberg tiefe Phyllitböden mit Schotterauflagen vorherrschen.
Das Weingut erzeugt trockene Weine aus den Rheingauer Lagen. Die orts- und lagenbezogenen Weine werden als komplex und lagerfähig beschrieben. Rieslinge aus dem Pfaffenwies zeichnen sich durch ausgeprägte Mineralität und Säure aus, die Weine aus dem Nonnenberg durch Kraft. Orléans wird seit 2000 an den Hängen des Rüdesheimer Berg Schlossberg angebaut und in kleinen Holzfässern ausgebaut. Der seit 1987 erzeugte Georg Breuer Brut aus Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir reift elf Jahre auf der Feinhefe in der Flasche, bevor er degorgiert wird.
Bernhard Scholl und Albert Hillebrand gründeten das Weingut 1880 als Teil eines Weinhandelsunternehmens. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts befindet es sich im Besitz der Familie Breuer. Georg Breuer erweiterte den Betrieb und den Weinexport; später vergrößerten seine Söhne Heinrich und Bernhard die Rebflächen. Theresa Breuer übernahm nach dem Tod von Bernhard Breuer im Mai 2004 die Leitung und führt das Weingut heute mit Unterstützung langjähriger Mitarbeiter. Die Weinberge werden nach naturorientierten Richtlinien bewirtschaftet. Das Weingut verzichtet nach eigenen Angaben auf Herbizide und Pestizide, setzt auf angepasste Bodenbearbeitung und begrünt die Flächen mit Leguminosen. Es ist Gründungsmitglied von FAIR’N GREEN und beteiligt sich am Biodiversitätsprojekt AmBiTo.