Lage und Einordnung
Das Kirchenstück ist eine gesetzlich eingetragene Einzellage in Hochheim am Main im Rheingau. Sie liegt östlich der Pfarrkirche St. Peter und Paul und grenzt an die Lage Domdechaney. Der Standort befindet sich auf etwa 100 bis 120 Metern Höhe, ist nach Süden ausgerichtet und weist eine Hangneigung von rund 30 Prozent auf.
Klima und Böden
Die nach Süden ausgerichtete Lage erhält den ganzen Tag über Sonneneinstrahlung. Die Bebauung Hochheims im Norden schützt sie vor kalten Nord- und Fallwinden. Die Böden umfassen mittelschweren Lösslehm und Tonmergel über einem tiefen, wasserspeichernden Untergrund. Weitere Beschreibungen nennen wechselnde schwere Kalk-, Löss- und leichtere Sandschichten.
Rebsorte und Weinstil
Für den VDP-klassifizierten Bereich ist Riesling als Rebsorte festgelegt. Beschreibungen der Rieslinge aus dem Kirchenstück nennen einen leichten, lebendigen Charakter mit geradliniger, erfrischender Säure. Tonmergel wird mit mineralischen Noten sowie Fruchtaromen wie Honigmelone, Aprikose und Pfirsich verbunden.
Fläche und Geschichte
Die Gesamtfläche der Lage wird mit 15,1 Hektar angegeben, davon entfallen 7,98 Hektar auf den VDP-klassifizierten Bereich. Dieser ist als VDP.ERSTE LAGE® ausgewiesen und auf Riesling beschränkt. Der Name verweist auf die Nähe zur Hochheimer Pfarrkirche. Die Parzelle ist bereits 1271 als „Kirchanger“ dokumentiert und gehörte bis 1803 dem Mainzer Domdekan. Nach der Säkularisation ging der Besitz an das Herzogtum Nassau und später an Preußen über. Weine aus der Lage sind in amtlichen Dokumenten bereits für 1823 erwähnt.