Lage und Einordnung
Der Name Gellertberg bezeichnet die Weinbergslagen in Weinböhla und Oberau im sächsischen Elbtal. Beide Einzellagen sind der Großlage Seußlitzer Schlossweinberg im Weinanbaugebiet Sachsen zugeordnet. Der Oberauer Gellertberg liegt östlich von Oberau und erreicht dort 177,8 Meter Höhe.
Böden und Weinbau
Das dokumentierte Bodenprofil des Weinböhlaer Gellertbergs liegt auf 146 Metern Höhe. Der kultivierte Rigosol entstand aus schmelzwasserabgelagertem, kiesführendem Sand und ist überwiegend sandig, kalkfrei sowie schwach bis mäßig sauer. Für die Lage ist ein potenzieller topografischer Strahlungsempfang von 1.866 kWh/m² angegeben. Der Oberauer Gellertberg ist lokal durch Plänermergel geprägt.
Rebsorten und Flächengröße
Für den Weinböhlaer Gellertberg sind unter anderem Müller-Thurgau, Goldriesling, Silvaner, Grauburgunder, Traminer, Gutedel, Morio Muskat, Weißburgunder, Kerner, Kernling, Riesling, Solaris, Perle von Zala, Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser dokumentiert. Am Oberauer Gellertberg zählen Müller-Thurgau, Kerner, Traminer und Goldriesling zu den Hauptsorten; außerdem werden Dornfelder, Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder genannt. Die Oberauer Lage umfasst etwa 2,5 Hektar und wird von neun Winzern bewirtschaftet.
Geschichte
Der Weinbau am Gellertberg ist seit dem 12. Jahrhundert belegt, als Mönche dort Reben kultivierten. Die Weinbaugemeinschaft Weinböhla wurde am 24. Mai 1930 gegründet und bepflanzte den von der Gemeinde gepachteten Ratsweinberg und Gemeindeweinberg anschließend mit Pfropfreben neu. Für den Oberauer Gellertberg ist die Gründung einer örtlichen Weinbaugruppe im Jahr 1934 dokumentiert; Otto Pfützner leitete sie von 1937 bis 1965.