Lage und Klima
Weinböhla ist eine Gemeinde im sächsischen Landkreis Meißen und liegt am Hang, der aus dem Elbtal zu den Ausläufern des Lausitzer Berglands ansteigt. Das Gemeindezentrum befindet sich ungefähr bei 51°09′41″N, 13°33′49″E. Die Höhenlage reicht von 104 bis 211 Metern über dem Meeresspiegel. Weinböhla gehört zum Weinland Sachsen.
Naturräumliche Bedingungen
Die Gemeinde gibt eine mittlere Jahrestemperatur von 9,0 °C und einen Jahresniederschlag von 612 mm an. Der Weinbau in Sachsen ist von kontinentalem Klima mit warmen Tagen, kühlen Nächten und langen sonnigen Zeiträumen im Sommer und Herbst geprägt. Geologisch umfasst Weinböhla unter anderem das Meißner Granit-Syenit-Massiv, kreidezeitliche Formationen sowie quartäre Ablagerungen des Elbtals und der Heidesandterrasse. Teile des Gemeindegebiets sind mit pleistozänen Schmelzwasserablagerungen aus der Saale-Kaltzeit verbunden.
Weinbau am Gellertberg
Der Gellertberg ist eine Weinbauhanglage in Weinböhla und wird als historischer Weinstandort durch einen nach Süden ausgerichteten, klimatisch begünstigten Hang geprägt. Die Weinbaugemeinschaft Weinböhla bezeichnet ihr Anbaugebiet als Weinböhlaer Gellertberg. Gellertberg ist als Einzellage in der Großlage Schlossweinberg im Bereich Meißen eingetragen; als Gemeindeangabe sind Weinböhla oder Niederau zugelassen. Auf der Lage werden unter anderem Müller-Thurgau, Goldriesling, Silvaner, Grauburgunder, Traminer, Gutedel, Morio Muskat, Weißburgunder, Kerner, Kernling, Riesling, Solaris, Perle von Zala, Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser geführt.
Geschichte des Weinbaus
Der Weinbau in Weinböhla ist mindestens seit 1513 dokumentiert, als der Ort erstmals unter seinem heutigen Namen genannt wurde. Die Weinbaugemeinschaft Weinböhla wurde am 24. Mai 1930 von 14 Kleinwinzern gegründet; im selben Jahr wurde die kommunale Rebfläche mit veredelten Reben wiederhergestellt. Zum damaligen Anbaugebiet gehörten Ratsweinberg und Gemeindeweinberg. Der historische Weinbauernhof entstand 1622, sein Hauptgebäude in Fachwerkbauweise wurde 1794 errichtet. Von 1793 bis 1870 war außerdem die Kalksteingewinnung ein wichtiger Wirtschaftszweig.