Lage und Landschaft
Wittlingen ist eine Gemeinde im unteren Kandertal im Markgräflerland, nördlich von Lörrach und am östlichen Rand des Bamlach-Schallbacher Lösshügellandes. Das Gemeindegebiet liegt auf etwa 304 bis 571 Metern Höhe. Der höchste Punkt befindet sich in der Exklave Röttler Wald im Bereich Hochstand.
Geschichtlicher Hintergrund
Für Wittlingen ist eine Siedlungskontinuität seit der fränkisch-merowingischen Zeit, etwa vom fünften bis zum siebten Jahrhundert, dokumentiert. Die erste schriftliche Nennung erfolgte 874 als Witringhove. Die Gemeinde war historisch durch kleine und mittlere Landwirtschaft geprägt; 1895 arbeiteten 121 der 161 erfassten Beschäftigten in der Landwirtschaft.
Weinlage Steingäßle
Die Einzellage Steingäßle gehört zum Weinbaugebiet Baden. Für Wittlingen darf der Lagenname bei Qualitäts- und Prädikatsweinen aus der gemeindeübergreifenden Lage verwendet werden. Die Wittlinger Parzellen werden mit schweren, tonreichen Böden und hohem Kalkanteil sowie mit Lösslehm und Moränengeröll beschrieben.
Rebsorten und Ausbau
Aus den Wittlinger Steingäßle-Parzellen sind Gutedel, auch Chasselas genannt, sowie Grau- und Weißburgunder dokumentiert. Die Weine umfassen trockenen Grau- und Weißburgunder als Qualitätswein beziehungsweise QbA sowie trockenen Gutedel. Der Grauburgunder wird im Edelstahl vergoren und ausgebaut, ergänzt durch Hefelager mit Batonnage; der Weißburgunder reift im Edelstahl. Im südexponierten Heißgeländ stehen teilweise über 40 Jahre alte Reben, aus denen unter anderem ein trockener, im Barrique ausgebauter Gutedel mit längerer Maischestandzeit entsteht. Für Spätburgunder sind außerdem jüngere Reben sowie eine Wollbacher Parzelle mit teilweise über 50 Jahre alten Reben und Ertragsreduzierung durch Traubenteilung dokumentiert.