Lage und Landschaft
Saint-Émilion ist die zentrale Gemeinde der historischen Jurisdiktion Saint-Émilion im Bordeaux. Die als UNESCO-Welterbe eingetragene Jurisdiktion umfasst 7.847 Hektar. Ihre Landschaft besteht aus einem Plateau, Hängen, konkaven Tälern und einer Ebene.
Klima und Böden
Das Gebiet weist ein gemäßigtes ozeanisches Bordeaux-Klima mit stärkerem kontinentalem Einfluss auf. Der Herbst kann von regnerischen Phasen bis zu warmen, sonnigen Spätverläufen reichen. Die Weinbergsböden bestehen vor allem aus Kalkstein und tonhaltigem Kalkstein sowie aus Kies, Sand und alluvialen Formationen. Unter einigen Lagen finden sich sehr tonreiche Schichten.
Geschichte und Weinbau
Der Weinbau in der Jurisdiktion wurde in der Römerzeit eingeführt und im Mittelalter verstärkt. Im 12. Jahrhundert erhielt das Gebiet während der englischen Herrschaft seinen besonderen juristischen Status. 1999 wurde die historische Jurisdiktion als weiterhin bewirtschaftete Kulturlandschaft mit historischer Weinbaustruktur in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Unter Saint-Émilion und den umliegenden Plateaus erstreckt sich ein Netz historischer unterirdischer Kalksteinbrüche, die teilweise als Weinkeller genutzt werden; dort liegen die dokumentierten Temperaturen zwischen 12 und 16 °C.
Saint-Émilion AOC
Die Saint-Émilion AOC ist trockenen, stillen Rotweinen vorbehalten. Merlot ist die vorherrschende Rebsorte, Cabernet Franc bringt Frische und festere Tannine ein, während Cabernet Sauvignon für tannische Struktur und Reifepotenzial sorgt. Zugelassen sind außerdem Carmenère und Cot; Petit Verdot ist als ergänzende Sorte auf 10 Prozent der Rebflächen begrenzt. Die vorgeschriebene Pflanzdichte beträgt mindestens 5.500 Rebstöcke je Hektar, der festgelegte Ertrag 53 Hektoliter je Hektar bei einem Höchstertrag von 65 Hektolitern. Die Weine müssen mindestens bis zum 31. März des auf die Ernte folgenden Jahres lagern und dürfen ab dem 15. April dieses Jahres an Verbraucher abgegeben werden.