Lage und Terroir
Château Cheval Blanc liegt in der Gemeinde Saint-Émilion am Rand des Gebiets von Pomerol in der Region Bordeaux in Frankreich. Das Gut befindet sich zwischen Saint-Émilion und Pomerol und teilt die quartäre Schwemmlandformation der Isle mit vielen Weinbergen von Pomerol. Die Böden bilden ein Mosaik aus Lehm, Kies und Sand. Einige Parzellen bestehen überwiegend aus Lehm und kleinen Kieseln, andere aus feinem Kies und Sand.
Reben und Weinbergarbeit
Der Weinberg ist zu 55 Prozent mit Cabernet Franc, zu 40 Prozent mit Merlot und zu 5 Prozent mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. Château Cheval Blanc berücksichtigt die Besonderheiten jeder Parzelle durch unterschiedliche Schnitt- und Knospenauswahl, Grünlese, gezielte Laubarbeit und getrennte Leseentscheidungen. Während der Vegetationsperiode werden Bodentemperatur, Wasserversorgung und Mineralstoffversorgung gemessen; außerdem werden die phenolische Entwicklung und die Reife der Trauben parzellenweise verfolgt.
Das Gut hat die Bodenbearbeitung durch Pflügen eingestellt, begrünt die Zwischenreihen und verbindet im Rahmen seines agroökologischen Programms Polykultur mit Biodiversitätsmanagement. Zu den dokumentierten klimatischen Risiken zählen Frühjahrsfrost, Trockenheit, starke Niederschläge und Hagel.
Geschichte
Die moderne Entwicklung des Guts begann 1832 mit dem Erwerb seines Kerns durch Jean-Jacques Ducasse. Spätere Zukäufe von Parzellen aus dem Besitz von Château Figeac bildeten das heutige Anwesen. Jean Laussac-Fourcaud bepflanzte in der Mitte der 1860er-Jahre einen Teil der Fläche zu ungefähr gleichen Anteilen mit Merlot und Cabernet Franc; diese Neubepflanzung war 1871 abgeschlossen. Der Wein wurde 1852 erstmals unter dem Namen Cheval Blanc vermarktet und erhielt 1862 bei der Weltausstellung in London eine Bronzemedaille. Bernard Arnault und Baron Albert Frère erwarben Château Cheval Blanc im Herbst 1998.
1954 wurde das Gut in der ersten Klassifikation von Saint-Émilion als Premier Grand Cru Classé A eingestuft. Im Juli 2021 zog es sich aus der Klassifikation zurück, anstatt an der Klassifikation von 2022 teilzunehmen.
Vinifikation und Weine
Die Trauben der einzelnen Parzellen werden separat vinifiziert, wobei jede Parzelle einem bestimmten Gärbehälter zugeordnet ist. Für die alkoholische Gärung werden auf Basis einheimischer Hefen vorbereitete Hefen eingesetzt; das Umpumpen erfolgt manuell, und die Proben jedes Behälters werden täglich verkostet. Der biologische Säureabbau findet bei etwa 20 °C in den Behältern statt. Presswein bleibt vom Erst- und Zweitwein getrennt. Anschließend reifen die Weine etwa 16 bis 18 Monate in französischen Eichenfässern in einem Keller mit ungefähr 14 °C.
Weine aus Lehmparzellen werden als samtig mit weichen Tanninen beschrieben, während Kiesparzellen aromatischere und elegantere Weine hervorbringen. Die Cuvées verbinden nach Darstellung des Guts Kraft, Eleganz und komplexen aromatischen Ausdruck und sollen Terroir sowie die klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahrgangs widerspiegeln. Le Petit Cheval wird seit 1988 aus Trauben desselben Terroirs und denselben Rebsorten erzeugt; ausgewählt wird er aus ungefähr einem Viertel der Ernte.