Beim "Grand cru classé" handelt es sich um den Erstwein des Weinguts Château Angelus, das mit zu den besten Weingütern im ganzen Bordeaux gehört. Seit 2012 wurde der Wein zum "Premier Grand cru classé A" befördert - die höchste Klassifizierung für aus Saint-Émilion kommende Weine. Jährlich produziert das Weingut durchschnittlich circa 125.000 Flaschen seines Erstweines, der aus 60% Merlot und und 40% Cabernet Franc produziert wird. Trotz der großen Produktionsmenge, wird der Château Angelus lediglich mit einem Ertrag von 20 Hektolitern pro Hektar gelesen. Der Wein erscheint im Mund sanft und geschmeidig, reife Noten von Johannisbeere, Kirsche und ein Hauch von Vanille. Vollmundig, mit kraftvollem, und doch weichem Tanin, gefolgt von einem langen und spektakulären Abgang.
| Alkohol | 14,5 % | |
| Jahrgang | 2005 | |
| Volumen | 0.75l | |
| Weingut | Château Angélus | |
| Rebsorte | Cuvée | |
| Lage | Saint-Émilion | |
| Ort | Saint-Émilion | |
| Anbaugebiet | Bordeaux | |
| Land | Frankreich | |
| Eingelagert | 20.06.2022 |
Saint-Émilion bezeichnet eine Appellation mit einem abgegrenzten Weinbaugebiet, das sich über neun Gemeinden rund um die Stadt Saint-Émilion erstreckt. Das Gebiet gehört zum Bordeaux-Klima und weist zugleich etwas kontinentalere Bedingungen, wärmere Temperaturen sowie gelegentliche mediterrane Einflüsse auf. Die Landschaft ist von einem Kalksteinplateau, abrupten linearen Hängen und amphitheaterförmigen Tälern geprägt; die Geländekante erreicht etwa 100 Meter Höhe.
Im zentralen Plateau steht tertiärer Astéries-Kalkstein an. Daneben kommen flachgründige Kalk- und sandig-schluffige Böden, tonig-kalkige sowie tiefere schluffig-tonige Böden, Molasse von Fronsadais, quartäre Sand- und Tonablagerungen, kiesige Anhöhen sowie alluviale Kiese, Sande und Schluffe vor. Der historische Steinabbau schuf unter der Stadt und den umliegenden Plateaus ein ausgedehntes unterirdisches Galeriennetz, das teilweise als Weinkeller genutzt wird.
Die Appellation ist für trockene, stille Rotweine bestimmt. Merlot ist die vorherrschende Rebsorte und bringt Farbe, rote und schwarze Fruchtaromen, Rundheit und geschmeidige Tannine ein. Cabernet Franc ergänzt mit aromatischer Finesse, Frische und tannischer Struktur, Cabernet Sauvignon mit würzigen Noten, Tannin und Reifefähigkeit. Zugelassen sind außerdem Carménère und Cot; Petit Verdot darf höchstens zehn Prozent der Rebflächen ausmachen.
Der Weinbau in der Umgebung reicht wahrscheinlich bis in die römische Besatzungszeit zurück. Die mittelalterliche Jurade prägte die historische Weinverwaltung, 1884 entstand in Saint-Émilion ein Weinbausyndikat. Die Appellation d’origine contrôlée wurde 1936 anerkannt, und die Weinbaulandschaften von Saint-Émilion sind seit 1999 als Kulturlandschaft in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Für den Anbau gelten unter anderem eine Mindestdichte von 5.500 Rebstöcken je Hektar und ein regulierter Ertrag von 53 Hektolitern je Hektar bei einer Höchstgrenze von 65 Hektolitern. Die Weine müssen mindestens bis zum 31. März des auf die Ernte folgenden Jahres reifen und dürfen ab dem 15. April dieses Jahres für Verbraucher freigegeben werden.
Château Angélus liegt in Saint-Émilion in der Region Bordeaux im Süden von Frankreich. Die Rebflächen erstrecken sich über einen natürlichen Amphitheaterstandort am Südhang und am Fuß des Hügels. Die Hanglage sorgt für natürliche Drainage, während die Position die sommerliche Wärme konzentriert und einen früheren Austrieb begünstigt.
Die Böden bestehen aus tonig-kalkigen sowie sandig-tonig-kalkigen Formationen. Kalk und Ton sind ausgewogen verteilt; die offizielle Beschreibung nennt Anteile von 8 bis 20 Prozent.
Für den Grand Vin sind 33 Hektar Rebfläche mit einem durchschnittlichen Rebenalter von 39 Jahren dokumentiert. Der Grand Vin besteht aus 52 Prozent Merlot, 47 Prozent Cabernet Franc und 1 Prozent Petit Verdot. Merlot steht auf dem tonreicheren Hügel, Cabernet Franc auf sandig-tonig-kalkigen Böden am Fuß des Hügels. Die Wurzelstöcke werden auf die Standortbedingungen abgestimmt.
Zwischen den Rebzeilen werden je nach Bodenanforderung Begrünungen wie Roggen, Wicken, Ackererbsen, Luzerne, Klee, Raps, Senf, Daikon-Rettich und Weidelgras eingesetzt. Zur Weinbergsarbeit gehören das Ausbrechen von Wasserschossern und überzähligen Trieben im Frühjahr sowie die Laubarbeit im Sommer. Hecken, Bäume und weitere Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sollen den Schädlingsdruck auf die Reben verringern.
Château Angélus wird mit einer dichten, cremigen Struktur, Frische und einem maßgeblichen Beitrag des Cabernet Franc verbunden. Diese Rebsorte bringt dichte, zugleich seidige Tannine und Frische ein. Ältere Cabernet-Franc-Reben auf warmem sandigem Kalkschotter über Ton können bei einem Alter von mehr als 40 Jahren ertragsarme Trauben für hochwertige Selektionen liefern.
Carillon d’Angélus ist ein Saint-Émilion Grand Cru aus variablen Anteilen von Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Der Wein wird als fruchtbetont mit samtigen Tanninen und elegantem Finale beschrieben. Die 2019 fertiggestellte Kellerei verfügt über optische Lasersortierung, Anlagen für den biologischen Säureabbau, einen Fasskeller und 18 umgekehrt konische Tanks, die vollständig im Schwerkraftverfahren betrieben werden. Stickstoffanlagen schützen die Weine und steuern den Sauerstoffgehalt während Vinifikation und Reife.
Die Familie de Boüard de Laforest ist seit 1782 auf dem Gut ansässig. Maurice de Boüard de Laforest fügte dem Besitz 1920 eine drei Hektar große Parzelle namens Angelus hinzu. Das Gut wurde 1954 klassifiziert und umfasste 1985 mehr als 20 Hektar. Carillon d’Angélus wurde erstmals im Jahrgang 1987 erzeugt.
In der offiziellen Klassifikation von Saint-Émilion Grand Cru vom 29. Oktober 2012 war Château Angélus als Premier Grand Cru Classé mit der Auszeichnung A geführt. Am 5. Januar 2022 gab das Château den Rückzug seiner Bewerbung für die nächste Klassifikation bekannt.