Ort · Franken

Iphofen

Lage und Klima

Iphofen liegt in Franken im bayerischen Landkreis Kitzingen auf etwa 255 Metern Höhe am Fuß des 474 Meter hohen Schwanbergs. Die Stadt gehört zur Maingau-Klimazone mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von etwa 7,5 bis 8 °C und rund 600 Millimetern Jahresniederschlag. Das Weinbaugebiet wird als warmes, trockenes Klima mit vergleichsweise hohen Durchschnittstemperaturen und geringen Niederschlägen beschrieben.

Relief und Böden

Die Weinberge um Iphofen liegen vor allem an südexponierten Steilhängen des Schwanbergs. Der Untergrund befindet sich am Übergang vom Muschelkalk der Fränkischen Platte zu Keuperformationen und enthält im Unteren Keuper Gips. Die weinbaulich genutzten Hänge unterhalb des Schilfsandsteins weisen gipsführende Tonsteine auf, aus denen weiche, nährstoffreiche und wasserhaltende Böden entstanden sind.

Der Julius-Echter-Berg ist südexponiert und erreicht bis zu 70 Prozent Hangneigung. Der Kronsberg weist bis zu 60 Prozent Neigung und dunklen, schweren Gipskeuper auf, während der Kalb süd-südwestlich ausgerichtet ist und leichteren Keuper mit hohem Kalkanteil besitzt.

Weinbau und Rebsorten

Die Weinberge rund um Iphofen umfassen etwa 290 Hektar. Zu den dokumentierten Lagen zählen der Julius-Echter-Berg, der Kronsberg, der Kalb und der Domherr; außerdem ist der Vogelsang in den kommunalen Einträgen für Iphofen-Possenheim und Markt Einersheim verzeichnet. Julius-Echter-Berg, Kalb und Kronsberg gehören zur Großlage Burgweg im Bereich Schwanberger Land, während der Domherr keiner Großlage zugeordnet ist.

Zu den wichtigsten weißen Rebsorten gehören Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Kerner und Riesling. Bei den roten Sorten werden Spätburgunder, Domina, Schwarzriesling, Portugieser und Dornfelder genannt. Silvaner gilt als traditionelle fränkische Rebsorte.

Geschichte des Weinbaus

Ein historischer Weinberg im Julius-Echter-Berg dokumentiert auf drei Terrassen mit rund 2.000 Quadratmetern die fränkische Weinbaugeschichte vom späten Mittelalter über die Zeit um 1800 bis in die 1960er Jahre. Er zeigt unter anderem mittelalterliche Mischpflanzung im Einzelpfahl- sowie eine um 1800 verbreitete Mischpflanzung im fränkischen Dreipfahlkopfschnitt. Um 1960 wurde dort Gelber Silvaner im niedrigen Drahtrahmen erzogen.

1904 wurde in Iphofen die Reblaus festgestellt. Heute bewirtschaften sechs Iphöfer Weinbaufamilien den historischen Weinberg und erzeugen den Wein abwechselnd in jährlicher Folge.

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