Lage am Hochrhein
Hohentengen am Hochrhein liegt im südlichen Baden-Württemberg direkt an der Schweizer Grenze am Hochrhein. Die Gemeinde umfasst die Ortsteile Hohentengen, Lienheim, Herdern, Bergöschingen, Günzgen und Stetten und gehört zur Region Baden.
Der Hohentengener Ölberg
Die Gemeinde erstreckt sich über Terrassenlandschaften des Hochrheins und den Südhang der Klettgaualb. Die Weinberge am Hohentengener Ölberg liegen an einem steilen, nach Süden ausgerichteten Hang über dem Rhein. Seine Lage direkt am Hochrhein prägt ein eigenes Mikroklima. Das Terroir enthält vom Rhein transportiertes alpines Moränenmaterial; im Oberboden dominieren Löss und Lehm, während der Gesteinsanteil hangaufwärts zunimmt und im oberen Steilhang teilweise Schiefer zutage tritt.
Weinbau und Rebsorten
Rund 20 Hektar Reben werden zusammenhängend um den Engelhof kultiviert. Unterschiedliche Hangabschnitte weisen eigene Boden- und Standortbedingungen für verschiedene Rebsorten auf. Angebaut werden Müller-Thurgau, Gutedel, Spätburgunder, Chardonnay und Riesling. Müller-Thurgau und Gutedel vom löss- und lehmgeprägten Unterhang werden fruchtbetont beschrieben, ebenso der expressive Spätburgunder aus dem Mittelhang. Chardonnay vom oberen Steilhang zeigt sich mineralisch; Riesling wächst in einer kleinen Parzelle mit anstehendem Schiefer.
Geschichte und Ausbau
Der Weinbau in Hohentengen reicht laut der Geschichte des Engelhofs bis in die Merowingerzeit zurück und erlebte im Mittelalter seine größte Ausdehnung. Bürger aus dem nahen Kaiserstuhl bewirtschafteten am heutigen Ölberg zeitweise bis zu 120 Hektar. Nach politischen und kirchlichen Veränderungen, darunter dem Beitritt Kaiserstuhls zur Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1803, ging die Rebfläche zurück. Nach dem Erwerb des Engelhofs 1964 begann die Wiederentwicklung; bis 1982 waren 20 Hektar bepflanzt, und nach dem Jahrgang 1986 wurde erstmals wieder Wein vom Hohentengener Ölberg abgefüllt. Die Trauben werden gesund, reif und selektiert verarbeitet und je nach Rebsorte und Standort in Edelstahltanks oder Holzfässern ausgebaut. Dokumentiert sind trockener Spätburgunder sowie trockene Chardonnay-Weine, darunter ein im Barrique gereifter Chardonnay aus der Parzelle Kalkofen.