Lage und Klima
Bingen am Rhein liegt an der Mündung der Nahe in den Rhein und ist ein Kontaktpunkt der Weinbaugebiete Nahe, Rheinhessen, Rheingau und Mittelrhein. Die Stadt gehört zur Nahe.
Die Untere Nahe rund um Bingen weist ein mildes, vergleichsweise trockenes Klima auf. Die Region zählt zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands.
Terroir und Weinbau
Die Weinberge liegen auf sanft gewellten Hügeln und sonnigen Steillagen. In der Nahe finden sich unterschiedliche Böden und Gesteine, darunter Schiefer, vulkanischer Porphyr, Sandstein, Ton, Kalkstein, Löss und Lehm.
Mehr als 70 Weinbaubetriebe bewirtschaften innerhalb der Stadt Bingen am Rhein rund 531 Hektar Rebfläche. Die Binger Lagen Abtei Rupertsberg und Hildegardisbrünnchen sind im amtlichen Weinlagenverzeichnis dem Anbaugebiet Nahe und der Großlage Schlosskapelle zugeordnet.
Rebsorten und Weinstil
Im Anbaugebiet Nahe entfallen etwa drei Viertel der Rebfläche auf weiße Rebsorten. Riesling führt den Sortenspiegel an, gefolgt von Burgundersorten. Für die Untere Nahe rund um Bingen sind außerdem Burgundersorten und anspruchsvolle rote Rebsorten mit hohen Mostgewichten und moderater Säure dokumentiert.
Historische Aufzeichnungen nennen für Bingen Riesling, Silvaner, Spätburgunder, Frühburgunder und Portugieser.
Historische Entwicklung
Hildegard von Bingen gründete zwischen 1147 und 1151 ihr erstes Kloster auf dem Rupertsberg an der Nahe. Das Kloster ist nicht erhalten; Teile der Ruinen wurden in spätere Gebäude einbezogen.
Um 1900 sind im Gebiet des heutigen Bingen 704 Hektar Weinberge dokumentiert, um 1925 waren es 968 Hektar. Historische Terrassen gingen unter anderem zurück, weil ihre Anlage eine mechanische Bewirtschaftung erschwerte.