Lage und Landschaft
Appenheim liegt im Welzbachtal in Rheinhessen. Die Umgebung ist sanft hügelig und relativ warm. Das Gemeindegebiet gehört zum Rheinhessen-Westplateau und umfasst die Landschaft Westerberg, an deren Hängen die Weinlage Hundertgulden liegt.
Weinbau und Klima
Der Weinbau prägt den Charakter der Gemeinde. Appenheim verfügt über etwa 150 Hektar Rebfläche und gehört zum Weinbaugebiet Rheinhessen, Bereich Bingen und Großlage Abtey. Zu den traditionellen Rebsorten zählen Müller-Thurgau, Riesling und Silvaner; außerdem wird Rotwein erzeugt.
Für Rheinhessen werden an der Referenzstation Oppenheim im Zeitraum 1992 bis 2020 eine mittlere Jahrestemperatur von 11,1 °C, 530 Millimeter Niederschlag, rund 280 Tage in der Vegetationsperiode und durchschnittlich 1.970 Sonnenstunden angegeben.
Weinlagen und Böden
Zu den Appenheimer Einzellagen zählen Daubhaus, Droßelborn, Eselspfad und Hundertgulden. Daubhaus und Droßelborn weisen Löss-Pararendzina aus kalkhaltigen eiszeitlichen Ablagerungen auf. Im Eselspfad kommen Löss-Pararendzina sowie Kalkstein-Rendzina aus tertiären Meeresablagerungen eines kalkhaltigen Algenriffs vor. Hundertgulden besitzt Kalkstein-Rendzina und den als Terra fusca bezeichneten Kalklehm.
Der nach Süden ausgerichtete Eselspfad ist mit Riesling, Weißburgunder und Silvaner verbunden; seine Weine werden mit Frucht und Mineralität sowie Volumen und geschmeidiger Textur beschrieben. Für Hundertgulden ist Riesling als wichtigste Rebsorte dokumentiert.
Geschichte
Appenheim wurde im Jahr 882 im Liber Aureus erstmals urkundlich erwähnt. Reste eines kleinen römischen Bades und eine von Quellen im Appenheimer Raum gespeiste römische Wasserleitung belegen den römischen Einfluss und den Weinbau in der Region. Die Weinlage Eselspfad ist seit 1375 dokumentiert. Der Name Hundertgulden wird mit mehrfachen Besitzwechseln am Westerberg im 14. Jahrhundert und Zahlungen in rheinischen Goldgulden verbunden.