Geschichte und Sitz
Die Domaine Georges Roumier hat ihren Sitz in Chambolle-Musigny an der Côte de Nuits im Burgund. Georges Roumier ließ sich dort 1924 nach seiner Heirat nieder und bewirtschaftete Weinbergsbesitz aus der Familie seiner Frau. Jean-Marie Roumier folgte ihm 1961 offiziell nach; Christophe Roumier kam um 1981 hinzu. Seit dem Jahrgang 1983 füllt die Familie die gesamte Ernte selbst ab. Christophe Roumier leitet die Domaine seit dem Ruhestand Jean-Marie Roumiers 1990 gemeinsam mit seiner Schwester Delphine.
Lagen und Böden
Die Besitzungen liegen in Chambolle-Musigny, Morey-Saint-Denis und Corton-Charlemagne. Die Musigny-Parzelle befindet sich im oberen Bereich der Grand-Cru-Appellation auf 280 bis 310 Metern Höhe, ist nach Osten ausgerichtet und weist ein Gefälle von 15 Prozent auf. Ihre ton- und kalkhaltigen Böden liegen über kompaktem Bathonien-Gestein und enthalten weißen Oolith.
Die Bonnes-Mares-Parzelle liegt ebenfalls nach Osten ausgerichtet auf 270 bis 310 Metern Höhe bei 15 bis 20 Prozent Gefälle. Sie umfasst kalkhaltige Mergel am Oberhang sowie ton- und kalkhaltige Böden am Unterhang. In den oberen Bereichen kommen fossilienreiche Mergel mit Ostrea acuminata vor. Der Morey-Saint-Denis Premier Cru Clos de la Bussière ist eine leicht geneigte, kuppelförmige Parzelle auf 265 Metern Höhe mit sehr steinigem Untergrund und eisenhaltigem Lehm.
Die Corton-Charlemagne-Parzelle liegt in der Gemeinde Pernand-Vergelesses. Sie ist nach Westen ausgerichtet, liegt auf 280 bis 305 Metern Höhe und weist ein Gefälle von 15 Prozent auf. Der Boden besteht aus tonreichem Material über Callovium-Kalkstein; die westliche Ausrichtung trägt nach Darstellung der Domaine zu einer späteren Reife der Trauben bei.
Weinbergsarbeit
Die Domaine verzichtet seit 1988 auf chemische Dünger und seit 1989 auf Herbizide. Seit den frühen 1990er-Jahren beschreibt sie ihren Ansatz als Viticulture raisonnée mit Mitteln, die das Gleichgewicht des Ökosystems unterstützen sollen. Zu den dokumentierten Arbeiten gehören präziser Rebschnitt, erneutes Pflügen, Komposteinsatz, manuelle Lese und eine detaillierte Traubensortierung.
Alte Reben werden durch Stecklinge aus bestehenden Rebstöcken vermehrt, statt regelmäßig neu angepflanzt zu werden. Dazu zählen nahezu hundertjährige Reben in Musigny und Chambolle-Musigny Les Amoureuses.
Rebsorten und Ausbau
Die Rotweine werden aus Pinot Noir erzeugt. Der Corton-Charlemagne Grand Cru ist der einzige Weißwein der Domaine und wird aus Chardonnay hergestellt. Das Portfolio umfasst rote Weine aus regionalen, Village-, Premier-Cru- und Grand-Cru-Appellationen, darunter Bonnes-Mares und Musigny, sowie den Corton-Charlemagne.
Die allgemeine Vinifikation umfasst teilweise Entrappung, ausschließlich indigene Hefen und eine schonende Maischegärung von durchschnittlich 20 bis 23 Tagen bei begrenztem Einsatz neuen Holzes. Der Chambolle-Musigny Village wird zu 70 bis 90 Prozent entrappt und reift 14 Monate in zwei bis acht Jahre alten Barriques, davon 10 bis 15 Prozent neues Holz; er wird ohne Schönung und Filtration abgefüllt. Beim Musigny Grand Cru beträgt die Entrappung 35 Prozent, die Reifezeit 16 Monate in zwei bis acht Jahre alten Barriques ohne neues Holz. Auch dieser Wein wird ohne Schönung und Filtration abgefüllt. Der Corton-Charlemagne vergärt mit natürlichen Hefen, reift etwa ein Jahr in zwei bis fünf Jahre alten Holzfässern und anschließend fünf Monate im Edelstahltank; er wird mit Bentonit geschönt und leicht filtriert.