Lage und Einordnung
Der offiziell als Günterslebener Sommerstuhl bezeichnete Weinberg liegt westlich von Güntersleben im Gemeindegebiet an der Straße nach Thüngersheim. Die bestockte Fläche umfasst etwa 17 Hektar. Der Sommerstuhl gehört zur Großlage Thüngersheimer Ravensburg in Franken.
Topografie und Böden
Die Weinlage befindet sich an einem nach Süden ausgerichteten Hang des Eckbergs. Die Hangneigung beträgt etwa 10 bis 30 Prozent. Als hohlförmige Lage bietet sie Ausblicke ins Maintal. Dokumentiert sind Muschelkalkböden, teilweise mit einer sandig-lehmigen Oberbodenschicht. Die Hohlform wird als Schutz vor östlicher Kaltluft beschrieben; zugleich wirkt die Strahlungswärme des nahen Maintals ein.
Weinbau und Rebsorten
Die Weinbaulandschaft ist durch Hecken, Wiesen, Gehölze, Trockenmauern und weitere naturnahe Strukturen geprägt. Trockenmauern im Sommerstuhl wurden 2023 instand gesetzt. In einer Silvanerparzelle ist ein Rebschnitt mit einem verbliebenen Trieb je Rebe und zwei kurzen Zapfen dokumentiert.
Für den Günterslebener Sommerstuhl werden unter anderem Müller-Thurgau, Bacchus, Silvaner, Kerner, Scheurebe, Perle, Gewürztraminer, Portugieser, Domina, Dornfelder und Regent genannt. Außerdem sind Chardonnay und Rivaner, also Müller-Thurgau, aus der Lage dokumentiert.
Bezeichnung und Weinstil
Der Name Günterslebener Sommerstuhl wurde nach der Neuordnung des deutschen Weinrechts 1971 von Weinbergsbesitzern vorgeschlagen und 1972 zur Eintragung in die Weinbergsrolle eingereicht. Frühere lokale Bezeichnungen standen unter anderem mit Sonnenstuhl und Sommerstühle in Verbindung. Die Weine der Lage werden mit einem kräftigen und anhaltenden Bouquet verbunden, das auf die Muschelkalkböden zurückgeführt wird.