Lage und Einordnung
Rotenstein ist eine Einzellage im Katasterbezirk Westhofen, im Bereich Wonnegau und in der Großlage Bergkloster von Rheinhessen. Die Weinberge liegen auf etwa 140 bis 170 Metern Höhe und sind nach Nordosten bis Osten ausgerichtet. Das Weinlagenregister von 2024 führt Rotenstein unter dem Code 730117 mit 324,9 Hektar bestockter Rebfläche.
Boden und Name
Der dokumentierte Bodentyp ist Löss über Pararendzina. Die kalkhaltigen Lössablagerungen bilden einen tiefgründigen, leichten Lehmboden mit tonigem Schluff, Kalkgehalt und hoher nutzbarer Wasserspeicherkapazität. Der Lagenname ist seit 1375 in der Form an dem roden steyne belegt und bezieht sich auf die rötliche Färbung des Bodens.
Rebsorten und Weinstil
Für die Lage sind Gelber Muskateller und Scheurebe in Erzeugerweinen sowie Spätburgunder in einem offiziellen regionalen Weinbeleg aus dem Jahr 2008 dokumentiert. Das regionale Lagenprofil beschreibt Weine aus dem Löss-Pararendzina-Boden als feinfruchtig mit Noten von gelben Früchten, Apfel, Pfirsich, Birne und Zitrus. Sie weisen moderate Säure und mittlere Struktur auf und sind auf einen frühen Genuss ausgerichtet. Der dokumentierte Spätburgunder von 2008 war ein trockener Rotwein mit kräftigem, breitschultrigem Charakter sowie Anklängen von dunklen Beeren, Trockenfrüchten, Pflaume und feinen Röstnoten.
Arbeiten im Weinberg und Keller
Bei einem Gelben Muskateller des Jahrgangs 2024 wurden die Blätter in der Fruchtzone von Hand entfernt, die Trauben selektiv von Hand vorsortiert und reife, gesunde Trauben gelesen. Im Keller folgten eine reduktive, schonende Pressung, kontrollierte Gärung und reduktiver Ausbau im Edelstahltank; die Gärung wurde zur Erhaltung natürlicher Restsüße beendet, anschließend lagerte der Wein bis kurz vor der Abfüllung auf der Hefe. Der Spätburgunder von 2008 wurde entrappt, sechs Wochen offen auf der Maische vergoren, 18 Monate im Barrique ausgebaut und unfiltriert abgefüllt.