Lage und Einordnung
Der Ölberg ist eine Einzellage in der Gemeinde Grolsheim im Binger Raum der Weinbauregion Rheinhessen. Die Sammellage ist St. Rochuskapelle. Das amtliche Weinlagenverzeichnis führt die Lage mit 24,2 Hektar im Grolsheimer Gemarkungsbereich.
Topografie und Böden
Die westexponierte Lage befindet sich auf etwa 100 Metern Höhe. Kies, Sand und Lehm über Rigosol prägen den Boden, der als glaziale Flussablagerung beschrieben wird. Der mittelgründige, steinige sandige Lehm weist eine vergleichsweise geringe pflanzenverfügbare Wasserspeicherung, gute Durchlässigkeit und Durchlüftung sowie eine neutrale bis saure Reaktion auf. In trockenen Jahren besteht daher das Risiko von Trockenstress.
Weine und Rebsorten
Der Ölberg gilt als Pinot-affine Lage und wird überwiegend mit Rotweinen verbunden. Beschrieben werden Kräuter- und Gewürzaromen, eine feste Struktur, Frische mit cremigen Anteilen, saftige Frucht, Dichte und Reifepotenzial. Belegt sind unter anderem Rivaner, Dornfelder, Scheurebe, Grauburgunder, Gewürztraminer, Spätburgunder, Regent, Merlot, Cabernet Sauvignon, Riesling, Weißburgunder und Sauvignon Blanc. Die Weine reichen von trocken und halbtrocken bis süß und spätgelesen; außerdem ist ein trockener Pinot-Noir-Rosé-Sekt aus traditioneller Flaschengärung dokumentiert.
Name und Ausbau
Der Name ist erstmals 1727 in der Form „auff der öhlbach“ belegt. Als mögliche Erklärungen werden eine frühere Ölmühle oder ein biblischer Bezug zum Ölberg in Jerusalem genannt. Ein dokumentierter Dornfelder aus der Lage wird mit traditioneller Maischegärung erzeugt.