Lage und Topografie
Der Neroberg ist ein innerstädtischer Weinberg in Wiesbaden und gehört zur Weinbauregion Rheingau. Die steile, nach Südost bis Südwest ausgerichtete Lage liegt auf 190 bis 220 Metern Höhe und weist eine Neigung von 40 bis 60 Prozent auf. Der VDP klassifiziert den Wiesbadener Neroberg als VDP.ERSTE LAGE®.
Klima und Böden
Der Wald am oberen Hang beeinflusst besonders im Sommer Feuchtigkeit und Temperatur. Die Lage wird als sonnig und windig beschrieben. Ihre mittel- bis tiefgründigen, steinigen und grusigen Böden bestehen aus Serizitgneis mit Lösslehm und leiten Feuchtigkeit schnell ab.
Rebsorte und Wein
Der etwa vier Hektar große Weinberg, davon 4,08 Hektar als klassifizierte Fläche geführt, ist ausschließlich mit Riesling bestockt. Die dokumentierten Weine werden als fruchtig und würzig mit pikanter oder eleganter Fruchtsäure beschrieben. Sie können in ihrer Jugend verschlossen sein und je nach Jahreswitterung variieren. Der Neroberger gilt als feiner, langlebiger Wein mit Intensität und Konzentration ohne übermäßige Fülle. Die Trauben werden im Steinbergkeller schonend verarbeitet; der Wein reift in traditionellen deutschen Eichenstückfässern.
Geschichte und Bewirtschaftung
Der Weinbau am Neroberg wurde 1525 durch eine Verordnung des Grafen Philipp von Nassau-Idstein begründet. Der Weinberg trug zunächst historische Bezeichnungen wie Ersberg, Mersberg, Nersberg und Neresbergs. Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte die Lage in preußischen Besitz, 1900 erwarb sie die Stadt Wiesbaden. Seit dem 1. Oktober 2005 ist sie alleiniger Besitz von Kloster Eberbach. Der als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz stehende Weinberg wird ausschließlich von Kloster Eberbach bewirtschaftet.