Lage und Einordnung
Der Kletterberg ist eine Einzellage im Neu-Bamberger Katasterbezirk in der Region Rheingrafenstein und im Landkreis Bingen. Neu-Bamberg gehört zum Anbaugebiet Rheinhessen. Die Weinberge liegen auf 190 bis 220 Metern Höhe und sind nach Osten bis Norden ausgerichtet.
Fläche und Böden
Das regionale Weinlagenprofil weist für den Kletterberg 39 Hektar Rebfläche aus. Im Weinlagenverzeichnis der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sind für die Lage in Neu-Bamberg 43,2 Hektar bestockte Rebfläche eingetragen. Dokumentiert sind Rotliegend/Rigosol mit kalkhaltigem, steinigem Lehm und geringer pflanzenverfügbarer Wasserspeicherung sowie Sand/Regosol aus marinen Ablagerungen mit tiefem, kiesreichem Lehmsand. Die Sandböden weisen eine ausreichende Wasserspeicherung, sehr gute Durchlüftung und in trockenen Jahren erhöhten Trockenstress auf.
Weincharakter und Rebsorten
Weine aus Rotliegend/Rigosol werden mit kräuterigen, leicht würzigen und beinahe floralen Noten, mineralischen Komponenten sowie Pfirsich-, Aprikosen- und Honigmelonenfrucht beschrieben. Sie zeigen eine lebhafte Säure und Reifepotenzial. Auf Sand/Regosol entstehen früh zugängliche, lebhafte, fruchtbetonte, schlanke und elegante Weine mit frischer Säure sowie Aromen von grünem Apfel, Zitrusfrüchten und Grapefruit. Für den Neu-Bamberger Lagenbereich ist Riesling als klassifizierte Rebsorte aufgeführt; in Kletterberg werden außerdem Chardonnay und weitere Burgundersorten angebaut.
Geschichte und Weinrecht
Der Kletterberg ist seit 1521 unter der Bezeichnung an dem Klettenberg dokumentiert. Der Name verweist auf den historischen Bewuchs durch stark wachsende Kletten- oder Labkrautgewächse. Im Weinlagenverzeichnis des Landes Rheinland-Pfalz ist die Einzellage unter der Weinlagenkennziffer 710533 eingetragen. Der VDP führt außerdem eine 1,80 Hektar große Neu-Bamberg-Fläche als VDP.AUS ERSTEN LAGEN; in Rheinhessen darf die Einzellagenbezeichnung für Weine dieser Kategorie aus weinrechtlichen Gründen nicht auf dem Etikett verwendet werden.