Lage · Rheinhessen

Kachelberg

Lage und Einordnung

Kachelberg ist eine offizielle Einzellage im Weinbaugebiet Rheinhessen, im Bereich Bingen und in der Großlage Adelberg. Die Weinbergsgeodaten ordnen die Lage Ensheim und Lonsheim zu. Die bestockte Fläche beträgt 160 Hektar.

Topografie und Böden

Die Lage bildet einen gerundeten Hügel in einer Höhe von 150 bis 250 Metern. Die Ausrichtung verändert sich von Südost nach Südwest. Die Kalkböden gehen auf tertiäre Meeresablagerungen zurück, die mit einem Kalkalgenriff verbunden sind.

Im Bereich der Kalkstein-Rendzinen sind die Böden flach bis mittelgründig, sehr kalkreich, steinig und sandig-lehmig. Sie weisen eine gute Durchlüftung und Erwärmbarkeit auf, speichern jedoch nur begrenzt pflanzenverfügbares Wasser und erschweren das Eindringen der Wurzeln. Die Mergel-Pelosole sind tiefgründige, kalkhaltige Tonböden mit quellfähigem Ton, eingeschränkter Drainage und Durchlüftung sowie erschwerter Durchwurzelung.

Rebsorten und Weinstil

Auf den Kalk- und Mergelböden werden verschiedene Rebsorten angebaut. Kerner ist als Kachelberg-Wein in einer Ensheimer Kachelberg Spätlese aus dem Jahr 2024 dokumentiert. Spätburgunder findet sich in Weinen mit der Bezeichnung Ensheim Kachelberg; außerdem ist eine Cuvée aus Cabernet Mitos und Spätburgunder aus dem Ensheimer Kachelberg und dem Albiger Hundskopf belegt.

Die Weine aus dem Kalkstein-Rendzina-Bereich werden als aromatisch und lebhaft beschrieben, mit Zitrus-, Apfel- und Stachelbeeraromen, die sich zu Mango und Passionsfrucht entwickeln können. Eine ausgewogene Säure sowie mineralische oder kreidige Noten prägen diesen Stil. Die Weine aus dem Mergel-Pelosol-Bereich sind vollkörperiger und dichter, mit moderater Säure, cremiger Textur sowie reifen Aromen von Tropen- und Steinfrüchten.

Historische Bezeichnung

Der Name Kachelberg ist erstmals 1442 in der Form „in kachelberge“ belegt.

Anbaugebiet
Rheinhessen

Ausgewählte Weine

Wein aus dem Anbaugebiet Rheinhessen