Lage und Ausdehnung
Die Geiershölle ist eine Einzellage in der Gemeinde Klein-Winternheim in Rheinhessen. Die dokumentierte Rebfläche umfasst 46 Hektar. Die Lage erstreckt sich von 140 bis 220 Metern über dem Meeresspiegel; ihre Ausrichtung wendet sich von Westen nach Süden. Die Hänge bilden ein natürliches, nach Südwesten ausgerichtetes Amphitheater.
Böden
In der Geiershölle kommen unter anderem kalkhaltige Rendzinen aus tertiären Meeresablagerungen mit Kalkalgenriff-Material sowie Mergel-Pelosole aus kalkhaltigen, tonigen tertiären Meeresablagerungen vor. Die Rendzinen sind flach bis mittelgründig, steinig und sandig-lehmig und speichern nur wenig pflanzenverfügbares Wasser. Die Pelosole sind tiefgründig und tonreich, stark kalkhaltig sowie durch eine begrenzte Wasserführung und Durchlüftung geprägt. Innerhalb der Lage reicht die Bodenstruktur von kargen, steinigen Böden bis zu Tonböden mit Kalksteineinschlüssen und Lösslagen.
Weinstil
Auf den kalkhaltigen Rendzinen werden Weine mit Zitrus-, Apfel- und Stachelbeerprofilen verbunden, die sich später zu Noten tropischer Früchte entwickeln können. Sie zeigen eine ausgewogene Säure und mineralische Prägung. Die Mergel-Pelosole werden mit volleren, dichteren Weinen, mäßiger Säure, cremiger Textur sowie reifen Steinfrucht- und Melonennoten assoziiert.
Name und Einordnung
Der Name Geiershölle wird auf das frühere Vorkommen von Greifvögeln wie Habichten oder Bussarden zurückgeführt. Bei Rodungsarbeiten für die Anlage von Weinbergen wurden 1953 Kalksteinfundamente entdeckt. Später gefundene römische Dachziegel wurden vor Ort als Hinweis auf einen möglichen Wachturm im Zusammenhang mit dem antiken Moguntiacum gedeutet. Weinrechtlich ist die Geiershölle als Einzellage im Bereich Nierstein, in der Großlage Domherr, innerhalb des Qualitätsweinanbaugebiets Rheinhessen klassifiziert.