Lage und Landschaft
Klein-Winternheim liegt in Rheinhessen am Süd- und Südwesthang eines Höhenzugs zwischen dem Rheingraben und dem Selztal. Das Seitental des Haibachs öffnet sich zur Selz. Die Siedlungsflächen liegen an einem Talhang, während sich die Weinberge über höher gelegenes Gelände erstrecken.
Klima und Weinbau
Das geschützte Weinbauklima Rheinhessens umfasst etwa 1.600 Sonnenstunden, eine Vegetationsperiode von rund 240 Tagen, mittlere Jahrestemperaturen von 8,6 bis 10,6 °C und 470 bis 730 Millimeter Jahresniederschlag. Im Gemeindegebiet werden rund 65 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Zu den dokumentierten Rebsorten gehören unter anderem Riesling, Silvaner, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser.
Lagen und Böden
Die Geiershölle besitzt Kalkstein-Rendzinen aus tertiären Meeresablagerungen, die mit Riffen kalkhaltiger Algen verbunden sind. Die Weine dieser Böden werden als ausdrucksstark, lebendig und aromatisch mit Noten von Zitrusfrüchten, Apfel und Stachelbeere beschrieben, die sich zu reifer Mango und Passionsfrucht entwickeln können. Die frühere kleinteilige Weinbergsstruktur Klein-Winternheims ist heute unter der Einzellagenbezeichnung Geiershölle zusammengefasst. Der Kapellenberg umfasst Tonmergel- beziehungsweise Pelosol- sowie Kalkstein-Rendzina-Böden; die Lage liegt überwiegend in Ober-Olm und reicht mit kleineren Parzellen nach Nordosten in Richtung Klein-Winternheim.
Geschichte des Weinbaus
Die älteste dokumentierte Weinbauangabe stammt aus einer Landesaufnahme von 1576, die den Weinberg „Das Lette“ am Weg nach Ebersheim nennt. Steuerunterlagen von 1808 bis 1813 weisen Weinbergsbesitz bei 100 von 118 steuerpflichtigen Einwohnern und rund 797 Parzellen aus. Eine Zusammenstellung von 1862 bis 1865 verzeichnete 140 Morgen, etwa 35 Hektar, Rebfläche und 580 Einwohner. Archäologische Funde belegen zudem vorgeschichtliche Besiedlung sowie eine römische Siedlung im Flurgebiet Villkeller.