Lage · Württemberg

Closterweinberg

Lage und Aufbau

Der Closterweinberg, auch Klosterweinberg Maulbronn genannt, liegt unmittelbar nördlich und nordwestlich des Klosters Maulbronn. Er erstreckt sich auf etwa 600 Metern entlang des Südhangs des Klosterbergs und überwindet dabei rund 40 Höhenmeter. Die steile Lage ist durch schmale, schräge Terrassen gegliedert, die von Sandsteinmauern und Treppen begrenzt werden.

Boden und Bewirtschaftung

Der Weinberg liegt auf einem südwestlichen Ausläufer der Stromberger-Keuperformation. Der warme Schilfsandstein-Verwitterungsboden wird von Terrassenmauern aus rötlichem Buntsandstein und gelbgrünem Keupersandstein begleitet. Das Mikroklima gilt als sehr mild.

Der Closterweinberg umfasst etwa 3,5 Hektar, davon sind rund 1,2 Hektar mit Reben bepflanzt. Wegen der steilen Terrassen werden nahezu alle Arbeiten von Hand ausgeführt. Auch die Ernte erfolgt ausschließlich manuell und mit Tragbottichen. Die überwucherte Anlage wurde in den 1990er-Jahren von Brombeeren und Schlehen befreit und 1999 neu bepflanzt.

Rebsorten und Weine

Im Closterweinberg wachsen Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Lemberger, Spätburgunder und Regent. Spätburgunder und Regent kamen nach offizieller Dokumentation ab 2017 hinzu. Dokumentiert sind trockene Closterweinberg-Weine aus Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling und Lemberger Rosé. Der Lemberger wird als trockener Rotwein aus dem Holzfass geführt, während Spätburgunder und Regent einen leichten Holzcharakter aufweisen. Ein Grauburgunder des Jahrgangs 2024 aus dem Maulbronner Closterweinberg ist als Deutscher Qualitätswein bezeichnet.

Historische Entwicklung

Der Weinberg entstand wahrscheinlich während der Gründungsphase des Klosters Maulbronn um 1147; die Rebenpflege übernahmen Laienbrüder. Eine päpstliche Urkunde von 1177 nennt erstmals Weinberge im Besitz des Klosters. Der Closterweinberg selbst war ursprünglich klösterliches, abgabenfreies Eigentum und wurde nach der Reformation verpachtet oder als Erblehen vergeben. Im Lagerbuch des Klosters Maulbronn von 1575 ist er verzeichnet.

Während des Dreißigjährigen Kriegs kam der Weinbau zum Erliegen. Nach der Reblauskrise im 19. Jahrhundert und wegen der schwierigen Bewirtschaftung lagen nach den 1920er-Jahren mehrere Parzellen brach. Unterhalb des Weinbergs befand sich ein Kelterhaus, in dem die Trauben nach der Ernte gepresst wurden; im 16. Jahrhundert verfügte es über zwei hölzerne Kelterbäume.

Orte
Maulbronn
Anbaugebiet
Württemberg

Ausgewählte Weine

Wein aus Deutschland