Lage und Einordnung
Der Binger Berg ist eine amtlich eingetragene Einzellage im Binger Bezirk Rheinhessens, innerhalb der Sammellage Adelberg und in der Gemeinde Flonheim. Im Weinlagenregister 2024 sind für die Flonheimer Gemarkung 127,6 Hektar bepflanzte Rebfläche verzeichnet. Die Lage trägt die Nummer 710213.
Relief und Böden
Der Binger Berg wird als in Nord-Süd-Richtung verlaufende Hügelkette auf etwa 160 bis 200 Metern Höhe beschrieben. Seine tiefgründigen Böden bestehen aus tonigem Mergel und Pelosol, die aus kalkhaltigen tonigen Ablagerungen des Tertiärmeers entstanden sind. Der Tonmergel enthält bis zu 40 Prozent Kalk. Das Gelände gilt als ehemaliges Brandungsriff, das sich vor mehr als 30 Millionen Jahren während der Bedeckung weiter Teile Rheinhessens durch ein Urmeer entwickelte.
Rebsorten und Weinprofil
Für den Binger Berg sind Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner dokumentiert. Die Lagenbeschreibung verbindet die Weine mit vollem Körper, dichter Textur, moderater Säure, cremigem Mundgefühl und reifer Fruchtausprägung. Die Mineralität wird dabei als weniger ausgeprägt beschrieben.
Bodenmerkmale und Namensdeutung
Der tiefgründige, kalkreiche Tonboden ist nährstoffreich und stark kalkhaltig, erwärmt sich mäßig und ist schwer zu durchwurzeln. Wasser dringt nur begrenzt ein, ebenso ist der pflanzenverfügbare Wasserspeicher begrenzt. Für den Namen Binger Berg werden zwei mögliche Ursprünge genannt: ein Besitz des Binger Hospitals im 14. Jahrhundert oder der Bezug zur geologischen Brandungsriff-Formation. Ein dokumentierter Wein aus der Lage wurde von Hand gelesen und im Holzfass ausgebaut.