Lage und Landschaft
Rheinhessen ist eine deutsche geschützte Ursprungsbezeichnung und Weinbauregion zwischen Mainz, Bingen, Alzey und Worms. Der Rhein bildet im Norden und Osten die Grenze. Auf rund 1.401 Quadratkilometern prägen sanft wellige Hügel, die Rheinterrasse, der Wonnegau und das Alzeyer Hügelland die Landschaft.
Klima und Böden
Die Region ist durch Höhenzüge im Westen geschützt und weist geringe Niederschläge, warme Sommer und milde Winter auf. Die Jahresmittel liegen bei 11,1 °C und 530 mm Niederschlag; durchschnittlich gibt es 280 Wachstumstage und 1.970 Sonnenstunden pro Jahr. Rheinhessen liegt überwiegend im Mainzer Becken, häufig sind Lössböden. Daneben kommen Kalk, Lehm und Schiefer vor.
Weinbau und Rebsorten
2025 umfasste die Rebfläche 27.657 Hektar, gegliedert in drei Bereiche, 23 Großlagen und 412 Einzellagen. In 132 von 136 Gemeinden wird Weinbau betrieben. 75 Prozent der Rebfläche entfielen auf weiße und 25 Prozent auf rote Rebsorten. Die größten Rebflächen belegten Riesling, Müller-Thurgau, Dornfelder, Grauburgunder, Silvaner und Spätburgunder.
Weinstile und Geschichte
Rheinhessen erzeugt Weiß-, Rosé- und Rotweine. Viele Weine sind sortenrein; auch rote Cuvées sind dokumentiert. Weißweine zeigen häufig gelbe und tropische Fruchtaromen, während rote Weine durch rote Früchte und Beeren geprägt sein können. Rieslinge werden mit frischer Säure, Mineralität und eleganter Frucht beschrieben. Der Weinbau reicht bis in die Römerzeit zurück. Der Rote Hang bei Nierstein besteht aus steilen, rötlich wirkenden Ton-Sandsteinlagen. Die Bezeichnung Rheinhessen ist für Wein, Qualitätsschaumwein und Qualitätshalbsekt geschützt.