Lage und Weinregion
Lörzweiler ist eine Gemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Bodenheim. Der Ort liegt etwa zehn Kilometer südlich von Mainz in der Weinbauregion Rheinhessen und im Weinbaugebiet Nierstein.
Lagen und Landschaft
Die Gemeinde liegt an einem breiten Hang, der Königstuhl erhebt sich im südlichen Gemeindegebiet auf etwa 175 Meter. Das umgebende Agrarland wird überwiegend für den Weinbau genutzt. Zu den Lörzweiler Einzellagen zählen Hohberg, Königstuhl und Ölgild. Die Böden im Gemeindegebiet sind von wertvollen Lösslehmen geprägt.
Böden und Weinprofile
Der Hohberg umfasst etwa 43 Hektar auf 155 bis 180 Metern Höhe und ist nach Süden bis Südosten ausgerichtet. Sein tiefgründiger, kalkhaltiger Löss-Pararendzina-Lehm entstand aus eiszeitlichen Windablagerungen und verfügt über eine gute pflanzenverfügbare Wasserspeicherung. Die dort beschriebenen Weine gelten als fruchtbetont, mäßig säurebetont und eher leicht strukturiert.
Der Königstuhl umfasst etwa 36 Hektar auf 130 bis 166 Metern Höhe mit westlicher bis südwestlicher Ausrichtung. Der tiefgründige, stark kalkhaltige und tonreiche Mergelboden aus Ablagerungen des Tertiärmeers eignet sich besonders für Burgundersorten. Die Weine werden als vergleichsweise vollmundig und fruchtbetont bei moderater Säure beschrieben. Ölgild umfasst etwa 32 Hektar auf 150 bis 180 Metern Höhe und ist südöstlich ausgerichtet. Die tiefgründigen, kalkhaltigen und tonreichen Mergel-Pararendzina-Böden tragen Weine mit dichter, vollmundiger Art und ausgewogener Säure; bei Weißweinen werden exotische Fruchtprofile, bei Rotweinen dunkle Frucht sowie rauchig-würzige Noten beschrieben.
Geschichtlicher Hintergrund
Lörzweiler wurde nach dem historischen Gemeindekonto bereits in der Bronzezeit besiedelt. Der Ortsname ist 825 erstmals als „Lorenzevillare“ belegt. Im Hohberg-Gebiet lagen früher Felder und Weinberge mehrerer kirchlicher Einrichtungen aus Mainz. Der Flurname Königstuhl wurde 1490 als „an dem koenigstuhle“ dokumentiert; die Verbindung mit der Wahl Konrads II. im Jahr 1024 wird als örtliche Überlieferung bezeichnet.