Graubünden als Weinkanton
Graubünden ist ein Schweizer Weinkanton. Das Bündner Rheintal ist ein Weinbaugebiet mit überwiegend auf etwa 500 bis 600 Metern Höhe gelegenen Rebflächen. Die Nord-Süd-Ausrichtung des Churer Rheintals begünstigt den Einfluss des Föhns und prägt das milde Klima. In der Bündner Herrschaft kommen Schieferböden mit hohem Kalkanteil vor.
Fläsch und die Rebflächen
Fläsch ist die nördlichste Gemeinde des Weinbaugebiets Bündner Herrschaft. Das Gemeindezentrum liegt auf 528 Metern über dem Meeresspiegel, während das Gemeindegebiet am Vorder Grauspitz 2.599 Meter erreicht. Die Gemeinde weist 65 Hektar Rebfläche aus.
Rebsorten und Weinstile
Pinot Noir ist die wichtigste Rebsorte Graubündens und nimmt rund zwei Drittel der Rebfläche ein; für 2023 werden 287 Hektar ausgewiesen. Zu den weiteren roten Sorten zählen Merlot, Cabernet Sauvignon und Garanoir. Bei den weißen Sorten sind unter anderem Riesling × Silvaner, Pinot Gris, Chardonnay, Pinot Blanc, Sauvignon Blanc, Freisamer und die regionale Spezialität Completer dokumentiert. Pinot Noir wird sowohl leicht und fruchtig als auch komplex ausgebaut. Das Sortiment umfasst außerdem Rosé, Blanc de Noir und Schaumwein; Completer ergibt feste, charaktervolle Weine.
Geschichte und Qualitätsregeln
Der älteste dokumentierte Hinweis auf Weinbau im heutigen Graubünden stammt aus dem Jahr 765. Um 1630 wurde Pinot Noir in Graubünden eingeführt. Zu den qualitätsorientierten Praktiken gehören Handlese, Ertragsbegrenzung seit 1993 und der Ausbau im Barrique. Regionale Weine reifen auch in historischen Gewölbekellern. Die kontrollierte Ursprungsbezeichnung lautet AOC Graubünden. Ein Gemeindenamen-Zusatz setzt voraus, dass mindestens 60 Prozent des Weins aus der betreffenden Gemeinde stammen; bei einer benannten Weinbergslage sind 100 Prozent erforderlich. Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung werden durch chemische Stichprobenanalysen und eine sensorische Prüfung des verkaufsfertigen Weins kontrolliert.