Ort · Württemberg

Metzingen

Lage und Landschaft

Metzingen liegt im nördlichen Teil des Landkreises Reutlingen und gehört zum Naturraum Ermstal–Steinach-Albvorland in Württemberg. Zum Stadtgebiet zählen Metzingen, Neuhausen und Glems. Die Höhenlage reicht von etwa 322 Metern im Ermstal bis 802 Metern am Albtrauf. Die Weinberge liegen an der sonnigen Seite des Erms­tals.

Böden und Weinlagen

Die Weinlandschaft erstreckt sich an den Hängen des breiten Erms­tals. Untere Hangbereiche werden für Wiesen und Obstbau genutzt, während die oberen Hänge häufig bewaldet sind. Zu den Weinberghügeln zählen der Metzinger Weinberg, Florian und Hofbühl. Geologisch prägen Formationen des Mittleren Jura die Umgebung; am weiter südlich gelegenen Albtrauf tritt Weißjura-Kalkstein auf. Die Weinbergsböden bestehen überwiegend aus dunklen, kalkhaltigen Tonmergeln, örtlich kommt vulkanischer Tuff vor.

Weinbau in Hofsteige und Schlosssteige

Die etwa 34 Hektar große Hofsteige liegt bei Metzingen und Neuhausen. Ihre wichtigsten Rebsorten sind Spätburgunder, Schwarzriesling und Silvaner. Die etwa 43 Hektar umfassende Schlosssteige ist als Einzellage im Württembergischen Qualitätsweinbereich Remstal-Stuttgart geführt. Dort nimmt Silvaner mehr als ein Viertel der Rebfläche ein, gefolgt von Spätburgunder, Kerner, Schwarzriesling und Müller-Thurgau.

Die Böden beider Weinlagen wurden durch langjährige Bewirtschaftung und Rigolen deutlich verändert. Die tiefe Bodenlockerung verbesserte die Durchwurzelung, organisches Material erhöhte den Humusgehalt. Dunkle, tonreiche Böden können Wärme speichern und beeinflussen dadurch das Weinbergklima in Höhenlagen bis etwa 450 Meter.

Geschichte und Weinstile

Der Weinbau in Metzingen ist seit 1089 belegt. Die sieben Keltern wurden erstmals 1281 erwähnt und beherbergten große Pressbäume; die meisten Pressbäume wurden 1929 nach der Einführung moderner Pressverfahren abgebaut. Um 1840 standen in den Weinbergen etwa 19.000 bis 22.000 Reben je Hektar, die mit einem Stamm und zwei nach unten gebogenen Fruchtruten erzogen wurden. Zur historischen Weinwirtschaft gehörten außerdem Holzpressen, Küferei, Fasspflege und die Reifung im Keller. Dokumentierte Weine reichen heute von trockenen Silvaner-, Chardonnay- und Spätburgunderweinen sowie Cuvées bis zu Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein und trockenem Chardonnay-Sekt.

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