Lage und Landschaft
Markgröningen ist eine Stadt im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Stuttgart. Die Stadt liegt am Übergang zwischen der Glems-Strudelbach-Platte und dem Langen Feld, die beide dem Strohgäu zugeordnet werden. Für das Gebiet werden eine mittlere Jahrestemperatur von etwa 9 °C und ein mittlerer Jahresniederschlag von etwa 650 Millimetern angegeben.
Das Lange Feld ist von lösslehmüberdeckten Hochflächen geprägt. Die Täler von Leudelsbach, Glems und Siegen beziehungsweise Bergtal sind tief in den Oberen Muschelkalk eingeschnitten. An den steilen Hängen liegen flachgründige, trockene Böden über freiliegendem Oberem Muschelkalk.
Weinbau und Lagen
Die Weinberge liegen vor allem an südexponierten Talhängen und sind als Terrassen mit Trockenmauern angelegt. Historisch wurden diese Standorte auch als Schafweiden genutzt. Die Württemberger Großlage Schalkstein umfasst Markgröningen. Die Einzellage Sankt Johännser gehört zum Bereich Württembergisch Unterland; die Einzellage St. Johännser umfasst Markgröningen und Enzweihingen. Auch die Einzellage Berg ist in Markgröningen verzeichnet.
Eine örtliche Weinbroschüre dokumentierte für 2005/06 rund 30 Hektar Rebfläche, überwiegend in kleinen Parzellen. Genannt wurden unter anderem die Gewanne St. Johännser, Hurst, Geist, Talhäuserberg und Mühlberg sowie zusätzliche Weinberge in Flohberg und Wannenberg. Die Weine wurden unter der Bezeichnung St. Johännser vermarktet. Für diesen Zeitraum sind Kerner und Riesling, Lemberger Weißherbst, Trollinger, Lemberger, Helfensteiner und Dornfelder sowie ein Spätburgunder-Rosé dokumentiert.
Geschichte des Weinbaus
Zwischen 1600 und 1700 umfasste das Markgröninger Weinbaugebiet etwa 300 Hektar. Damals wurden zahlreiche Hänge an Glems und Leudelsbach terrassiert und mit Reben bepflanzt. Die Obere Kelter von 1491 diente als Zwangskelter: Die Untertanen lieferten ihre Trauben gegen einen Anteil am Kelterwein zur Verarbeitung ab. Anschließend wurde der Most zur Reifung in die nahegelegenen Schlosskeller gebracht.
Der Name St. Johännser geht auf eine dem heiligen Johannes geweihte Kapelle zurück, die bis ins 16. Jahrhundert in den Weinbergen stand.
Keller und Bewirtschaftung
Die Markgröninger Weingärtnergenossenschaft reifte den örtlichen Wein bis zum Jahrgang 1970 in der Unteren Kelter. Nach dem Beitritt zur WZG im Jahr 1971 wurden Trauben in Markgröningen angenommen und teilweise gekeltert, während Ausbau und Abfüllung in Möglingen erfolgten. Nach der Fusion mit der Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen 2005/06 wurden die Markgröninger Trauben nach Rosswag geliefert und dort gekeltert.
Für die Bewirtschaftung der Lage St. Johännser sind eine luftige Laubwand und Fruchtzone, die laufende Kontrolle auf Falschen und Echten Mehltau sowie eine Ausdünnung bei zu hohem Behang dokumentiert.