Bopparder Hamm am Mittelrhein
Der Bopparder Hamm ist ein mit Reben bestandenes Viertel von Boppard am Rhein und gehört zum Mittelrhein. Mit rund 75 Hektar bildet er die größte zusammenhängende Rebfläche des Anbaugebiets. Die Weinberge folgen der größten Schleife des Rheins, einem S-förmigen Flussbogen.
Steillagen und Böden
Die wichtigste Hanglage des Bopparder Hamm ist nach Süden ausgerichtet und erhält dadurch eine starke Sonneneinstrahlung. Der Rhein wirkt als Wärmespeicher, während der Standort nach Osten und Westen geschützt ist. Die steinigen, schieferreichen Böden prägen das Gebiet; am Engelstein besteht der Untergrund aus verwittertem Devonschiefer mit vulkanischen Bimsstein-Einlagerungen. Dort beträgt die dokumentierte Hangneigung etwa 60 Prozent. Der Weinbau in den Steillagen ist arbeitsintensiv und erfolgt von Hand.
Rebsorten und Weinstil
Riesling ist die vorherrschende Rebsorte im Bopparder Hamm und am Engelstein als klassifizierte Rebe dokumentiert. Daneben werden Spätburgunder, Kerner, Müller-Thurgau und Optima angebaut. Bopparder Riesling wird als mineralisch und von feiner Säure geprägt beschrieben; mit den schieferreichen Lagen werden Apfel-, Minz- sowie Kräuter- und Gewürzaromen verbunden.
Geschichte und Herkunftsbezeichnung
In Boppard wurde 370 eine römische Zitadelle errichtet, während der Weinbau dort erstmals 643 amtlich dokumentiert ist. Boppard liegt im abgegrenzten geografischen Gebiet der geschützten Ursprungsbezeichnung Mittelrhein. Die 2024 genehmigte Produktspezifikation sieht für die erfassten Erzeugnisse einen Höchstertrag von 105 Hektolitern je Hektar vor. Im November 2025 veröffentlichte die Stadt Boppard zudem eine Anpassung der Abgrenzung für die Einzellagen Elfenley und Probsteiberg.