Lage und Weinlandschaft
Kaub liegt am rechten Rheinufer im Rhein-Lahn-Kreis von Rheinland-Pfalz und gehört zum Mittelrhein. Die Stadt ist Teil der UNESCO-Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, die durch einen tief eingeschnittenen Flusslauf, historische Siedlungen, Burgen und Weinbergterrassen geprägt ist.
Terroir und Weinbau
Die Weinlagen bei Kaub befinden sich an teils nach Süden ausgerichteten Hängen mit einer Neigung von bis zu etwa 70 Prozent. Der Rhein wirkt klimatisch ausgleichend, während schieferhaltige Böden und die tonigen Schieferablagerungen des Kauber Zugs Wärme speichern. Die gesetzlich erfassten Lagen gehören im Anbaugebiet Mittelrhein zum Bereich Loreley und zur Großlage Herrenberg. Dazu zählen unter anderem Backofen, Blüchertal und Burg Gutenfels.
Geschichte und Bewirtschaftung
Kaub wurde am 14. Juni 983 erstmals unter dem Namen Cuba urkundlich erwähnt. Weinbau im Kauber Gemarkungsgebiet ist seit dem 12. Jahrhundert belegt; das Kauber Weinmarktbuch dokumentiert Weinhandel und -erzeugung von 1544 bis 1676. Die Rebfläche umfasste 1926 etwa 233 Hektar und 1971 noch rund 71 Hektar.
Traditionell waren die Weinberge in kleine, durch Trockenmauern gestützte Terrassen gegliedert. Heute kommen in den Steillagen unter anderem Seilwinden, Raupen, Pflanzmaschinen, Traubenwagen und Traktoren zum Einsatz. Ein Flurbereinigungsprojekt bei Kaub-Gutenfels von 2005 bis 2012 sollte den Steillagenweinbau reaktivieren; am Burg-Gutenfels-Hang wurden 2008 neue Reben gepflanzt.
Rebsorten und Weine
In den Kauber Familienweinbergen entfielen nach einer lokalen Darstellung von 2019 etwa 60 Prozent auf Riesling und 30 Prozent auf Spätburgunder. Die übrigen Flächen waren unter anderem mit Sauvignon Blanc, Ruländer und Müller-Thurgau bestockt. Erzeugt werden Qualitätsweine und Prädikatsweine, darunter Rieslinge bis zur Beerenauslese.