Der "Grand Vin de Château Palmer" ist das Flaggschiff des Weinguts und ist eine Cuvée, die im Jahr 2004 aus 47% Merlot, 46% Cabernet Sauvignon und 7% Petit Verdot bestand. In der Nase Aromen von Brombeeren, Feigen, Kakao, süßen Gewürzen, gerösteten Kaffee und Karamell. Dazu Leder und Rauch. Die opulente Frucht dominiert das Bild, doch überlagert nicht. Sanftes Tannin in perfekten Zusammenspiel mit Säure lassen den Wein rund wirken und verleihen ihm Eleganz und Frische. Die Weine des Château Palmer besitzen großes Reifepotenzial und brauchen einige Zeit um dieses entfalten zu können. Das Ergebnis ist das Warten allerdings wert, denn mit ausreichend Geduld erhält man einen großen und spektakulären Wein.
| Alkohol | 13,0 % | |
| Jahrgang | 2004 | |
| Volumen | 0.75l | |
| Weingut | Château Palmer | |
| Rebsorte | Cuvée | |
| Lage | Margaux | |
| Ort | Margaux-Cantenac | |
| Anbaugebiet | Bordeaux | |
| Land | Frankreich | |
| Eingelagert | 20.06.2022 |
Margaux ist ein Appellationsgebiet im Médoc am linken Ufer der Gironde im französischen Département Gironde. Das Gebiet umfasst die Gemeinden Arsac, Cantenac, Labarde, Margaux-Cantenac und Soussans.
Milde Winter, gute Sonneneinstrahlung und vergleichsweise gemäßigte sommerliche Trockenperioden prägen die Appellation. Das Waldgebiet im Westen schützt die Reben vor den Meereswinden. Die Weinberge liegen vor allem auf kieshaltigen Erhebungen und Terrassen mit kolluvialen Ablagerungen sowie darunterliegenden lehmigen oder kalkhaltigen geologischen Formationen.
Die Margaux-AOC ist auf trockene Rotweine beschränkt, die aus Reben innerhalb des festgelegten Erzeugungsgebiets stammen. Die Weine werden als intensiv gefärbt, lagerfähig, fein und fruchtig beschrieben. Zugelassen sind unter anderem Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Carmenère, Cot oder Malbec, Merlot und Petit Verdot. Cabernet Sauvignon nimmt rund 60 Prozent der Rebfläche ein, während Merlot in den Cuvées selten mehr als 30 Prozent ausmacht.
Die Bezeichnung Margaux war spätestens im 18. Jahrhundert für Wein gebräuchlich. Die ersten territorialen Konturen der Appellation wurden durch ein Urteil eines Zivilgerichts in Bordeaux vom 3. Dezember 1923 festgelegt; als Appellation d’origine contrôlée wurde sie am 10. August 1954 anerkannt. Die Rebflächen müssen mit mindestens 7.000 Reben je Hektar bepflanzt sein. Eine vollständige chemische Unkrautbekämpfung ist untersagt, und die Vegetation zwischen den Reihen muss mechanisch oder physisch kontrolliert werden.
Château Palmer liegt in Margaux-Cantenac im Bordeaux in Frankreich mit Blick auf die Gironde-Mündung. Das Plateau des Brauzes bildet eine terrassierte Formation über dem Ästuar. Die Terrassen entstanden aus Ablagerungen der Garonne während zweier Eiszeiten und enthalten quartäre Kiese mit Lydit, Quarzit und Chalcedon. Kompakte Kies- und Lehmböden liegen auf einem Kalksteinsockel; die Kiesschichten sorgen für Drainage und speichern Wärme.
Das temperierte ozeanische Klima wird von den umliegenden Wasserflächen und der Gironde beeinflusst. Die maritime Prägung mildert Temperaturschwankungen und unterstützt den Erhalt der Säure in den Trauben. Nach dem Jahrgang 2014 stellte das Weingut auf ökologischen und biodynamischen Anbau um und beschreibt seinen Weinbau als ökosystembasierten Ansatz in einem vielfältigen, zirkulären Betriebssystem. Die Rebsortenstruktur beruht ungefähr zu gleichen Teilen auf Cabernet Sauvignon und Merlot, ergänzt durch Petit Verdot. Einige alte Merlot-Reben wurden in den 1930er-Jahren gepflanzt.
Das Weingut geht auf das Château de Gascq zurück, das seit dem frühen 18. Jahrhundert für die Qualität seiner Weine bekannt war. Charles Palmer erwarb es 1814 und erweiterte sowie modernisierte den Besitz bis 1831. Émile und Isaac Pereire übernahmen ihn 1853 und ordneten den Weinberg rund um ein neues Château neu. Seit der Übernahme durch vier Bordeaux-Kaufmannsfamilien im Jahr 1938 befindet sich Château Palmer im Besitz der Nachfahren der Familien Mähler-Besse und Sichel. In der Klassifikation von 1855 wurde das Weingut als troisième cru eingestuft.
Die Trauben werden Parzelle für Parzelle, teilweise auch nach Unterteilungen innerhalb einzelner Parzellen, in temperaturkontrollierten konischen Behältern mit 89 bis 195 Hektolitern vergoren. Die Reifung dauert etwa 20 bis 22 Monate und erfolgt zunächst in 225-Liter-Fässern, anschließend in 30-Hektoliter-Behältern; weniger als die Hälfte der Fässer der ersten Phase ist neu. Der Grand Vin wird als elegant und fein mit samtiger Textur, floralen, fruchtigen und würzigen Aromen sowie fleischiger Struktur beschrieben. Merlot steht für Großzügigkeit und Geschmeidigkeit, Cabernet Sauvignon für Struktur und Substanz, Petit Verdot für würzige Noten. Die Weine sind für eine längere Reife bestimmt und entwickeln sich nach der Abfüllung weiter.