Der "Grand vin de Château Latour" ist das Aushängeschild des Château Latour und gehört zu den besten Weinen die Pauillac zu bieten hat. Der Wein ist ein Bordeaux-Blend aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot und wächst ausschließlich in der Lage "l'Enclos" in der Nähe der Gironde. Die Reben sind von einer Steinmauer umgeben und haben ein durchschnittliches Alter von 60-100 Jahren. Die Reben werden aufwendig einzelne ersetzt, wenn eine Rebe krank, oder zu alt wird. Der Wein gehört zu den kräftigsten und konzentriertesten Weinen der Region und braucht viel Zeit um sein volles Potenzial auszuschöpfen. In der Nase besticht der Grand vin mit Aromen von reifen, roten Früchten, Cassis, Zedernholz, Tabak, Vanille, Kräutern. Komplex und Opulent, dazu starkes Tannin. Mit den Jahren hat das Gut zunehmend auf biodynamische Weinbergs- und Kellerarbeit umgestellt, um dem eigenen hohen Anspruch an Qualität gerecht zu werden.
| Alkohol | 12,5 % | |
| Jahrgang | 1995 | |
| Volumen | 0.75l | |
| Weingut | Château Latour | |
| Rebsorte | Cuvée | |
| Lage | Pauillac | |
| Ort | Pauillac | |
| Anbaugebiet | Bordeaux | |
| Land | Frankreich | |
| Eingelagert | 20.06.2022 |
Die Appellation Pauillac liegt auf der linken Uferseite der Gironde im zentralen Médoc, etwa 50 Kilometer nördlich von Bordeaux. Ihr Gebiet umfasst die Gemeinde Pauillac sowie festgelegte Parzellen in Saint-Estèphe, Saint-Julien-Beychevelle und Saint-Sauveur. Die Stadt und der Hafen von Pauillac liegen unterhalb der Weinbauhügel am Ästuar.
Das gemäßigte, vom Atlantik und der Gironde geprägte ozeanische Klima führt zu Jahrgangsunterschieden, die unter anderem mit herbstlichen Niederschlägen oder warmen, sonnigen Spätphasen zusammenhängen. Das Weinbaugebiet ist von drei Systemen aus Kieskuppen geprägt, die sich auf etwa 3 bis 30 Meter über dem Meeresspiegel erheben. Die quartären, meist rund zehn Meter mächtigen Kiesschichten liegen auf Mergeln und Kalksteinen des Eozäns und Oligozäns. Vorherrschend sind unterschiedlich sandige Kiesböden; in Senken kommen sandige Böden über Lehm vor.
Die Pauillac AOC ist ausschließlich roten Stillweinen vorbehalten. Sie werden als tief gefärbt, kraftvoll und strukturiert beschrieben, wobei Cabernet Sauvignon meist dominiert. Merlot bringt Rundheit und Frucht ein, Cabernet Franc und gelegentlich Petit Verdot Struktur und Komplexität. Zugelassen sind außerdem Malbec (Cot) und Carmenère. Die tanninbetonte Struktur unterstützt die Reifung; längere Lagerung wird mit der Entwicklung eines komplexen Bouquets verbunden.
Die früheste dokumentierte Entwicklung des Weinbaus in Pauillac reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Eine durch niederländischen Einfluss unterstützte Entwässerung machte später zuvor unerschlossene Flächen für den Anbau nutzbar. Die heutige AOC-Abgrenzung geht auf ein Gerichtsurteil von 1926 zurück und wurde durch das Dekret vom 14. November 1936 festgelegt. Vorgeschrieben sind unter anderem mindestens 7.000 Rebstöcke je Hektar, eine Ertragsgrenze von 57 Hektolitern je Hektar sowie eine Reifezeit bis mindestens zum 1. Juni des auf die Ernte folgenden Jahres.
Château Latour liegt in Pauillac in der Weinregion Médoc, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Bordeaux und rund 300 Meter von der Gironde entfernt. Der älteste erhaltene Beleg für Latour stammt aus dem Jahr 1331; 1378 wird der Ort in den Chroniken Jean Froissarts als befestigter Turm zum Schutz der Gironde erwähnt. Bei der offiziellen Klassifikation der Bordeaux-Weine von 1855 wurde Château Latour als Premier Cru eingestuft.
Die Nähe zum Atlantik und zur Gironde sorgt für einen ozeanischen Einfluss und mildert extreme Kälte- und Frostbedingungen. Die meisten Reben wachsen auf kiesigen Anhöhen in 12 bis 16 Metern Höhe über der Gironde. Das 47 Hektar große Enclos umfasst das Château und wird im Norden und Süden von zwei Bächen sowie im Osten von Sumpfland an der Gironde begrenzt.
Im Zentrum des Enclos liegt tonhaltiger Kies, an den Rändern kiesiger Sand. Die Kiesablagerungen stammen aus den Pyrenäen und dem Zentralmassiv und enthalten je nach Höhenlage etwa 50 bis 80 Prozent Kies. Darunter befinden sich wasserhaltende Mergel- und Tonmergelschichten. Der Weinberg umfasst insgesamt rund 96,5 Hektar und ist mit etwa 76 Prozent Cabernet Sauvignon, 22 Prozent Merlot und 2 Prozent Petit Verdot bepflanzt.
Der gesamte Weinberg wird seit August 2015 nach Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet; die ökologische Zertifizierung von August 2018 schließt auch Kellerei und Vinifikation ein. Im Enclos und auf einigen Parzellen außerhalb werden biodynamische Präparate eingesetzt. Zu den Arbeiten zählen unter anderem Rebschnitt, Anbinden, Pflügen, Laubarbeiten, Grünernte und Nachpflanzung. Seit 2008 werden Pferde zum Pflügen des Bodens verwendet.
Die Trauben werden von Hand sortiert, in Kisten mit bis zu acht Kilogramm transportiert, entrappt und erneut sortiert. Die Vergärung erfolgt in mehr als 80 temperaturgesteuerten Edelstahltanks mit getrennten Partien. Nach etwa drei Wochen alkoholischer Gärung schließt sich im folgenden Monat die malolaktische Gärung an. Der Ausbau erfolgt in französischen Eichenfässern.
Château Latour erzeugt den Grand Vin de Château Latour, Les Forts de Latour und Le Pauillac de Château Latour. Alle drei sind rote Weine der Appellation Pauillac in Frankreich. Der Grand Vin stammt ausschließlich von durchschnittlich etwa 60 Jahre alten Reben aus dem Enclos und enthält laut Beschreibung mehr als 90 Prozent Cabernet Sauvignon. Les Forts de Latour wird aus Trauben vom Rand des Enclos, ausgewählten Enclos-Parzellen und weiteren Pauillac-Lagen erzeugt und enthält gewöhnlich 25 bis 30 Prozent Merlot. Le Pauillac de Château Latour basiert vorwiegend auf jungen Reben und Weinen, die nicht für Les Forts de Latour ausgewählt wurden; sein Merlot-Anteil liegt typischerweise bei etwa 45 Prozent.
Les Forts de Latour trägt diesen Namen seit 1966, während Le Pauillac de Château Latour seit 1989 jedes Jahr erzeugt wird. Für den Grand Vin werden jährlich erneuerte Fässer verwendet; bei Les Forts de Latour liegt der Anteil neuer Fässer bei etwa 50 bis 60 Prozent, bei Le Pauillac bei rund 20 Prozent.