Lage und Landschaft
Die Appellation Pauillac liegt auf der linken Uferseite der Gironde im zentralen Médoc, etwa 50 Kilometer nördlich von Bordeaux. Ihr Gebiet umfasst die Gemeinde Pauillac sowie festgelegte Parzellen in Saint-Estèphe, Saint-Julien-Beychevelle und Saint-Sauveur. Die Stadt und der Hafen von Pauillac liegen unterhalb der Weinbauhügel am Ästuar.
Klima und Böden
Das gemäßigte, vom Atlantik und der Gironde geprägte ozeanische Klima führt zu Jahrgangsunterschieden, die unter anderem mit herbstlichen Niederschlägen oder warmen, sonnigen Spätphasen zusammenhängen. Das Weinbaugebiet ist von drei Systemen aus Kieskuppen geprägt, die sich auf etwa 3 bis 30 Meter über dem Meeresspiegel erheben. Die quartären, meist rund zehn Meter mächtigen Kiesschichten liegen auf Mergeln und Kalksteinen des Eozäns und Oligozäns. Vorherrschend sind unterschiedlich sandige Kiesböden; in Senken kommen sandige Böden über Lehm vor.
Weine und Rebsorten
Die Pauillac AOC ist ausschließlich roten Stillweinen vorbehalten. Sie werden als tief gefärbt, kraftvoll und strukturiert beschrieben, wobei Cabernet Sauvignon meist dominiert. Merlot bringt Rundheit und Frucht ein, Cabernet Franc und gelegentlich Petit Verdot Struktur und Komplexität. Zugelassen sind außerdem Malbec (Cot) und Carmenère. Die tanninbetonte Struktur unterstützt die Reifung; längere Lagerung wird mit der Entwicklung eines komplexen Bouquets verbunden.
Geschichte und Vorgaben
Die früheste dokumentierte Entwicklung des Weinbaus in Pauillac reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Eine durch niederländischen Einfluss unterstützte Entwässerung machte später zuvor unerschlossene Flächen für den Anbau nutzbar. Die heutige AOC-Abgrenzung geht auf ein Gerichtsurteil von 1926 zurück und wurde durch das Dekret vom 14. November 1936 festgelegt. Vorgeschrieben sind unter anderem mindestens 7.000 Rebstöcke je Hektar, eine Ertragsgrenze von 57 Hektolitern je Hektar sowie eine Reifezeit bis mindestens zum 1. Juni des auf die Ernte folgenden Jahres.