Lage und Terroir
Château Pavie liegt in Saint Emilion am rechten Ufer von Bordeaux in Frankreich. Der Weinberg befindet sich im Süden der Appellation Saint-Émilion und bildet eine zusammenhängende Fläche. Er umfasst ein Kalksteinplateau, einen Mittelhang und den unteren Hang beziehungsweise Fußbereich.
Das Plateau liegt etwa 85 bis 110 Meter über der Dordogne, der Mittelhang rund 55 Meter und der Fußbereich etwa 35 Meter. Die überwiegend nach Süden ausgerichteten Rebflächen werden durch die Hanglage entwässert und vor Nordwinden geschützt. Der Kalkstein speichert winterlichen Niederschlag und trägt dazu bei, die Bodenfeuchtigkeit im Sommer zu erhalten.
Böden und Rebsorten
Auf dem Plateau finden sich ton-kalkhaltige Böden mit anstehendem Astéries-Kalkstein. Der Mittelhang besteht aus Ton über verwitterndem Kalkstein und steht mit der Molasseformation des Fronsadais in Verbindung. Am unteren Hang liegen leichtere sandig-tonige Böden mit etwas Kies.
Merlot ist vor allem auf dem Kalksteinplateau gepflanzt, Cabernet Franc am ton-kalkhaltigen Mittelhang und Cabernet Sauvignon am wärmeren, trockeneren unteren Hang. Für den Jahrgang 2020 weist die Cuvée 50 Prozent Merlot, 34 Prozent Cabernet Franc und 16 Prozent Cabernet Sauvignon aus.
Weine und Ausbau
Château Pavie wird als roter Saint-Émilion Grand Cru erzeugt. Die technische Beschreibung des Jahrgangs 2020 nennt einen dichten, fest strukturierten Wein mit lebhaften Tanninen und Frische. Die Vinifikation erfolgte in temperaturgesteuerten Holzbehältern, der biologische Säureabbau in Fässern. Der Ausbau dauerte 18 Monate, davon 75 Prozent in neuen und 25 Prozent in ein Jahr alten Fässern.
Arômes de Pavie ist ein eigenständiger Wein des Weinguts. Der Jahrgang 2023 bestand aus 50 Prozent Merlot und 50 Prozent Cabernet Franc. Er wurde ebenfalls in temperaturgesteuerten Holzbehältern vinifiziert, der biologische Säureabbau erfolgte in Fässern. Der 18-monatige Ausbau erfolgte zu gleichen Teilen in neuen und ein Jahr alten Fässern.
Geschichte und Bewirtschaftung
Die heutige Struktur des Weinbergs formte sich, nachdem Ferdinand Bouffard das Gut 1873 erbte und benachbarte Besitzungen erwarb. 1919 vereinigte Albert Porte mehrere zuvor getrennte Besitztümer offiziell zu Château Pavie. Gérard und Chantal Perse übernahmen das Gut 1998; danach wurden Weinberge und Betriebsanlagen umfassend neu strukturiert.
Für den Jahrgang 2020 sind ein Rebschnitt auf acht Augen bei alten und sechs Augen bei jungen Reben, Ausdünnung, Entblätterung sowie Handlese mit Sortierung dokumentiert. Das technische Datenblatt nennt 37 Hektar, ein durchschnittliches Rebenalter von 32 Jahren und einen Ertrag von 31 Hektolitern je Hektar. Château Pavie war 2012 und erneut 2022 als Premier Grand Cru Classé mit der Auszeichnung A klassifiziert.