Lage und Landschaft
Saint-Émilion liegt im Département Gironde in der Region Bordeaux, östlich von Libourne. Die Appellationsfläche wird im Süden von der Dordogne und im Norden vom Flüsschen Barbanne begrenzt. Der Ort liegt in einem nach Süden ausgerichteten, amphitheaterförmigen Tal zwischen Kalksteinplateau, Hängen, Mulden und alluvialen Ebenen.
Böden und Untergrund
Das zentrale Plateau besteht aus tertiärem Asterienkalk. In der Umgebung finden sich außerdem sandig-schluffige Kalkböden, tonig-kalkige Böden, Molasse, sandige Ablagerungen, kiesige Anhöhen und Alluvionen aus Kies, Sand und Schluff. Ehemalige Kalksteinbrüche unter Saint-Émilion und den umliegenden Plateaus bilden ein unterirdisches Galeriennetz, das teilweise als Weinkeller genutzt wird.
Klima und Weinbau
Saint-Émilion hat ein gemäßigtes ozeanisches Klima mit etwas kontinentalerem Charakter. Die Niederschläge verteilen sich über das Jahr; Isle und Dordogne wirken ausgleichend. Die Appellation ist für trockene, stille Rotweine reserviert. Merlot prägt das Profil und wird häufig mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon verschnitten. Die zugelassenen Rebsorten umfassen außerdem Carménère, Cot oder Malbec sowie Petit Verdot als Zusatzsorte.
Geschichte
Der Weinbau wurde während der römischen Zeit eingeführt und im Mittelalter intensiviert. Im 12. Jahrhundert wurde Saint-Émilion unter englischer Herrschaft zu einer Jurisdiktion; die Jurade erhielt durch die Charte de Falaise von 1199 und spätere Privilegien größere Befugnisse. Die Jurisdiktion von Saint-Émilion steht seit 1999 als historische Weinbau-Kulturlandschaft auf der UNESCO-Welterbeliste.