Lage und Einordnung
Der Zehntgraf liegt in der Gemeinde Wipfeld am Beginn der Volkacher Mainschleife, unmittelbar am Main im südlichen Landkreis Schweinfurt. Die offiziell ausgewiesene Weinbergslage gehört zur Qualitätsweinregion Franken, zum Bereich Volkacher Mainschleife und zur Großlage Kirchberg.
Böden und Ausrichtung
Die Weinberge umfassen südexponierte Hänge und liegen auf tiefgründigen Muschelkalkböden. Das Gebiet um Wipfeld ist überwiegend von Oberem Muschelkalk geprägt und liegt im niederschattigen Mittelmaintal, das von der Gemeinde als eine der trockensten Landschaften Deutschlands beschrieben wird.
Reben und Weinbau
Im Wipfelder Zehntgraf werden etwa 85 Hektar Rebfläche von haupt- und nebenberuflichen Winzern bewirtschaftet. Zu den dokumentierten weißen Rebsorten zählen Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus, Grauburgunder, Traminer und Kerner; bei den roten Rebsorten sind Domina, Spätburgunder, Regent und Dornfelder verzeichnet. Die Erzeugung ist überwiegend auf Weißwein ausgerichtet, während Rotwein seit 1980 wieder vor Ort produziert wird.
Geschichte und Bewirtschaftung
Der Weinbau in Wipfeld ist durch eine Urkunde von September 1244 belegt; großflächigen Weinbau gab es der Ortschronik zufolge bereits im neunten Jahrhundert. Der Name Zehntgraf entstand 1969 aus dem Flurnamen Zehntlein sowie historischen Bezügen zum Weinzehntbezirk und zum früheren Gerichtsbezirk. Seit 1971 wird der Wein unter dem Namen Wipfelder Zehntgraf vermarktet. Die Flurbereinigung begann 1969, erfolgte in vier Abschnitten und wurde 1984 abgeschlossen. Eine Kelterstation bei den Zehntlein-Weinbergen wurde 1973 fertiggestellt; der gewonnene Most wurde per Tankwagen zur Winzergenossenschaft Repperndorf transportiert.